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Schwarzarbeit in Deutschland
340 Milliarden Euro am Fiskus vorbeigeschleust
Die Schwarzarbeit in Deutschland ist laut einer Studie auf den tiefsten Stand seit 20 Jahren gefallen. 2013 werde sich diese Entwicklung fortsetzen, erklärten das Tübinger Institut für Angewandte Wirtschaftsforschung (IAW) und die Universität Linz in einer gemeinsamen Prognose. "Die Menschen haben gute Chancen, einen Arbeitsplatz in der regulären Wirtschaft zu bekommen", sagte IAW-Geschäftsführer Bernhard Boockmann. Trotzdem werde fast jeder siebte Euro am Fiskus vorbeigeschleust.
Für 2013 rechnen die Forscher damit, dass sich die Umsätze der Schattenwirtschaft auf 340,3 Milliarden Euro summieren wird. Das wären 2,7 Milliarden Euro weniger als im vergangenen Jahr. Gemessen am Verhältnis zum Bruttoinlandsprodukt werde ein Rückgang von 13,4 auf 13,2 Prozent erwartet. Im Jahr 2003 hatte diese Quote mit 17,1 Prozent einen Rekordwert erreicht. Seither zeigt der Trend - mit Ausnahme des Rezessionsjahres 2009 - kontinuierlich nach unten.
Rentenbeiträge und Wirtschaftswachstum zeigen Wirkung
Die Forscher begründen die Entwicklung vor allem mit der niedrigen Arbeitslosigkeit, dem anhaltenden Wirtschaftswachstum und verschiedenen politische Entscheidungen. Dazu zählen die höheren Verdienstgrenzen bei Mini-Jobs. Auch die Senkung des Beitragssatzes für die gesetzliche Rentenversicherung von 19,6 auf 18,9 Prozent mindere die Anreize für Schwarzarbeit. Weil dadurch vom Brutto mehr Netto übrig bleibt, werde reguläre Arbeit attraktiver.
Im Vergleich mit anderen Wirtschaftsnationen liegt Deutschland beim Ausmaß der Schwarzarbeit im Verhältnis zur regulären Wirtschaftsleistung im Mittelfeld. Spitzenreiter ist Griechenland. Dort wird jeder vierte erarbeitete Euro nicht beim Finanzamt gemeldet. In Italien ist es noch mehr als jeder fünfte Euro.
Prof. F. Schneider (Universität Linz) zur Schwarzarbeit in Deutschland
tagesschau24 14:30 Uhr, 06.02.2013
Stand: 06.02.2013 13:09 Uhr
