Gerhard Schröder

Energiekonzern Rosneft Neuer Russland-Job für Schröder?

Stand: 12.08.2017 18:34 Uhr

Für ein Tochterunternehmen von Gazprom arbeitet er schon, nun könnte Altkanzler Schröder einen weiteren Job bei einem russischen Energiekonzern bekommen: Er ist als "unabhängiger Direktor" beim Ölkonzern Rosneft vorgeschlagen worden.

Von Sabine Stöhr, ARD-Studio Moskau

Altkanzler Gerhard Schröder könnte einen weiteren Job in Russland erhalten - und zwar im Direktorium des halbstaatlichen Ölkonzerns Rosneft. Der russische Ministerpräsident Dmitri Medwedjew unterzeichnete ein entsprechendes Dekret. Ende September sollen die Aktionäre des größten russischen Ölkonzerns darüber abstimmen, ob Schröder tatsächlich in den Aufsichtsrat des Konzerns aufgenommen wird. Er soll zu einem "unabhängigen Direktor" werden. Neben ihm stehen noch sechs weitere Kandidaten auf der Liste, heißt es in dem Dekret der russischen Regierung.

Bei der außerordentlichen Versammlung im September soll der Aufsichtsrat von Rosneft auch gleich vergrößert werden: Bisher sitzen darin neun Männer, demnächst sollen es elf sein.

Enger Draht nach Moskau

Schröder pflegt schon länger enge Verbindungen zu Russland. Zurzeit ist er Chef des Verwaltungsrates einer Gesellschaft von Gazprom. Die Gesellschaft soll die geplante Gas-Pipeline Nordstream 2 durch die Ostsee vorantreiben.

Gazprom ist der größte russische Gaskonzern. Wie beim Ölkonzern Rosneft hält der Staat auch hier mehr als die Hälfte der Aktien. Rosneft ist gerade dabei, seine Kontakte und Geschäfte in Deutschland auszuweiten. Während seines Besuchs Mitte Mai in Berlin sagte Rosneft-Chef Igor Sechin: "Unsere Aktivität hängt mit direkten Lieferungen an die deutschen Verbraucher zusammen. Das ist eines unser vielversprechendsten Projekte. Wir möchten unser Geschäft voranbringen. Dafür gibt es gute Voraussetzungen. Wir sind uns sicher, dass die Teilnahme von Rosneft am deutschen Markt die Konkurrenz dort beleben wird."

In den kommenden fünf Jahren will der staatlich kontrollierte Ölkonzern rund 600 Millionen Euro in Deutschland investieren. Zum Beispiel für die Modernisierung von Raffinerien.

Rosneft erforscht Öl- und Gasvorkommen in Russland und bohrt nach Öl zum Beispiel auf der Insel Sachalin ganz im Nordosten Russlands oder auch in Südrussland. Ein großer Teil des Gewinns wandert in den russischen Haushalt. Weil Russland vor drei Jahren die Krim annektierte, steht der Ölkonzern auf der Sanktionsliste der EU und der USA. Die außerordentliche Sitzung von Rosneft zur Wahl des neuen Aufsichtsrats ist für den 29. September geplant.

Altkanzler Schröder bald im Aufsichtsrat von Rosneft?
Sabine Stöhr, ARD Moskau
14.08.2017 09:25 Uhr

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Über dieses Thema berichtete Inforadio am 12. August 2017 um 15:44 Uhr.

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