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Die Drogeriemarktkette Schlecker ist zahlungsunfähig und hat einen Insolvenzantrag angekündigt. Das Unternehmen werde "absolut zeitnah am Wochenende oder am Montag" einen Antrag auf Planinsolvenz stellen. Der Antrag auf eine geplante Insolvenz, bei der die Gläubiger auf Forderungen verzichten und die Firma weiterarbeiten kann, soll den Angaben zufolge direkt mit einem Vorschlag für die weitere Sanierung des Unternehmens verbunden werden. Unter Gläubigerschutz soll dann der bereits laufende Umbau vorangetrieben werden, teilte Schlecker mit. Falls die Gläubiger einverstanden seien, könne die alte Geschäftsführung im Amt bleiben. Der bestellte Insolvenzverwalter werde dann nur begleitend tätig.
Ziel des Verfahrens sei der Erhalt eines großen Teils des Filialnetzes und damit auch der Arbeitsplätze. Der Geschäftsbetrieb werde unverändert weiterlaufen und auch die Zahlung der Mitarbeitergehälter sei im Rahmen des Insolvenzausfall-Geldes gesichert. Im Insolvenzverfahren zahlt für bis zu drei Monaten die Arbeitsagentur die Löhne weiter.
Anton Schlecker hatte das Unternehmen 1965 gegründet, seine Kinder Lars und Meike übernahmen 2010 die Führung. Bis heute ist Schlecker allein in Familienbesitz. "Familie und Management sind diesen schweren, aber notwendigen Schritt gegangen, um den eingeschlagenen Weg der Restrukturierung fortzusetzen und erfolgreich umzusetzen zu können", teilte das Unternehmen mit.
Die Dienstleistungsgewerkschaft ver.di forderte in einer ersten Reaktion vollen Einsatz der Unternehmensspitze für die Jobs: "Anton Schlecker trägt als Eigentümer persönlich die Verantwortung für seine Beschäftigten. Besonders in einem solchen Falle gilt: Eigentum verpflichtet", sagte Stefanie Nutzenberger, ver.di-Vorstandsmitglied für den Handel. Die Beschäftigten hätten sich selbst mit viel Einsatz für das Unternehmen eingesetzt - nun müsse Schlecker sich ebenfalls für einen Erhalt von möglichst vielen Jobs einsetzen. Bislang hatte es keine betriebsbedingten Kündigungen gegeben. Das Unternehmen selbst hatte ver.di aber im Dezember gebeten, über einen Sanierungstarifvertrag zu verhandeln.
Schlecker war in den vergangenen Jahren immer stärker unter Druck geraten. Nach drei Jahren mit Verlusten musste das Unternehmen zuletzt mehr als 1000 Filialen dicht machen. Der Konzern begann zudem, sein altes Filialnetz zu sanieren.
Im Geschäftsjahr 2010 war der europaweite Umsatz um rund 650 Millionen Euro auf 6,55 Milliarden Euro gesunken. Für 2011 rechnete der schwäbische Familienkonzern erneut mit sinkenden Erlösen. Zahlen zum Gewinn oder Verlust nennt Schlecker traditionell nicht. Die Mitarbeiterzahl lag Ende 2011 bei über 30.000 in Deutschland und weiteren rund 17.000 im Ausland.
Der deutsche Drogeriemarkt ist in erster Linie ein Dreikampf zwischen Schlecker, Rossmann und dm. Kennzeichnend für die Branche sind ein harter Preiskampf und Konzentrationsprozesse.
Zuletzt hatte Schlecker noch rund 7000 Läden in Deutschland und etwa 3000 weitere in Österreich, Spanien, Frankreich, Italien, Tschechien, Polen und Portugal. Im Wettbewerb hatten die Konkurrenten dm und Rossmann zuletzt aufgeholt.
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