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Logo der insolventen Drogeriekette Schlecker an einer Filiale

Insolvenzverwalter zieht Bilanz

"Schlecker-Gläubiger bekommen kaum Geld"

Der Insolvenzverwalter der Drogeriemarktkette Schlecker, Arndt Geiwitz, hat eingeräumt, die Sanierungschancen des Unternehmens falsch eingeschätzt zu haben. "Nach und nach musste ich meine Meinung revidieren", sagte er in einem Interview mit der "Wirtschaftswoche". "Die Lage war weit dramatischer, als es die Konzernführung uns gegenüber im Januar eingeräumt hatte."

Zugleich bekannte Geiwitz sein Scheitern beim Versuch, das Unternehmen zu retten. "Wir kamen als Notärzte, aber Schlecker war mit unseren Mitteln nicht zu retten." Er verwies jedoch darauf, dass es gelungen sei, für mehr als 50 Prozent der Filialen einen neuen Eigentümer zu finden.

Als wichtigen Grund für den gescheiterten Verkauf der Drogeriekette nannte er die hohe Zahl von Kündigungsschutzklagen der Mitarbeiter. "Ich habe ja die schizophrene Situation, dass 600 Filialen von Schlecker gute Gewinne erwirtschaftet haben. Aber wegen der arbeitsrechtlichen Risiken kann kein Investor die Läden übernehmen", sagte Geiwitz.

"Gläubiger werden nicht viel Geld bekommen"

Schlecker-Insolvenzverwalter Arndt Geiwitz
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Schlecker-Insolvenzverwalter Geiwitz kündigt eine Enttäuschung für die Gläubiger an.

Der Insolvenzverwalter machte den Gläubigern wenig Hoffnung, nach der Zerschlagung des Unternehmens noch größere Summen zu bekommen. "Viel Geld werden sie nicht bekommen. Es ist für viele Gläubiger eine Enttäuschung, aber mehr ist nicht drin", fügte er hinzu. Bei der Schlecker-Tochterfirma IhrPlatz sieht es nach Angaben von deren Insolvenzverwalter Werner Schneider zwar etwas besser aus. Er machte aber keine genauen Angaben, welchen Anteil ihrer Forderungen die Gläubiger zurückbekommen werden.

Der Markenname Schlecker wird Geiwitz zufolge nach der Pleite weitgehend verschwinden. Allerdings arbeiteten die spanischen Läden der Kette voraussichtlich weiter unter dem alten Namen. Ein Teil der Schlecker-Eigenmarken werde zudem weitergeführt, darunter die Zigarettenmarke Commodore.

Übertragene Immobilien zurückfordern

Anton Schlecker
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Firmengründer Anton Schlecker sei beratungsresistent gewesen, findet der Insolvenzverwalter.

Im Umgang mit der Eigentümerfamilie Schlecker kündigte Geiwitz an, unrechtmäßig übertragene Gelder und Vermögenswerte zurückzufordern. Er nannte dabei insbesondere verschiedene Immobilien. Die umstrittenen Gehaltszahlungen von monatlich 60.000 Euro an Christa Schlecker, die Ehefrau des Firmengründers Anton Schlecker, bewertete er dagegen zurückhaltend. Sie sei für das gesamte Personal verantwortlich und neben ihrem Mann die wichtigste Führungskraft im Konzern gewesen. Im Vergleich zu Vorstandsgehältern bei Unternehmen ähnlicher Größe bewege sich die Summer eher im unteren Bereich.

Anton Schlecker selbst war aus der Sicht des Insolvenzverwalters zwar beratungsresistent. "Aber wenn man frühere Vermögenswerte betrachtet, hat er das meiste Geld durch die Insolvenz verloren." Zudem habe er sehr viel Geld in die Firma gesteckt, als es schon bergab gegangen sei. Gegen Anton Schlecker und weitere Beschuldigte läuft seit Juli ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts der Insolvenzverschleppung und der Untreue.

Schlecker hatte im Januar Insolvenz angemeldet. Anfang Juni entschieden sich die Gläubiger für eine Zerschlagung der Drogeriekette, nachdem die Insolvenzverwaltung keinen Investor fand. Die letzten Schlecker-Filialen schlossen am 27. Juni. Durch die Pleite verloren etwa 25.000 Mitarbeiter ihren Job. 4500 von ihnen fanden laut Bundesagentur für Arbeit aber inzwischen eine neue Stelle.

Stand: 01.09.2012 13:03 Uhr

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