Schlecker-Prozess: Anton Schlecker | Bildquelle: AFP

Prozess gegen Ex-Drogeriemarktgründer Schlecker weist Betrugsvorwürfe zurück

Stand: 06.03.2017 12:27 Uhr

Zu Beginn des Prozesses im Zusammenhang mit der Insolvenz seines ehemaligen Konzerns stellte sich Schlecker gegen die Vorwürfe der Staatsanwaltschaft. Der einstige Drogeriemarktgründer soll große Vermögen beiseite geschafft haben.

Zum Auftakt des Prozesses gegen den Drogeriemarktgründer Anton Schlecker hat der ehemalige Konzernchef die gegen ihn erhobenen Betrugsvorwürfe im Zusammenhang mit der Insolvenz des Unternehmens zurückgewiesen. Über seinen Anwalt Norbert Scharf ließ Schlecker vor dem Landgericht Stuttgart mitteilen: "Die Vorwürfe sind unzutreffend." Eine Insolvenz sei für ihn "schlicht unvorstellbar" gewesen, sagte Scharf. Schlecker war ebenfalls anwesend.

Die Staatsanwaltschaft Stuttgart wirft Schlecker vor, im Zuge der Insolvenz in 36 Fällen Vermögenswerte beiseite geschafft zu haben. Angeklagt sind auch seine Frau, seine beiden Kinder sowie zwei Wirtschaftsprüfer. Im Jahr 2012 hatte die Drogeriemarktkette Insolvenz angemeldet. Rund 25.000 Beschäftigte verloren durch die Pleite ihre Arbeitsplätze.

Prozess gegen Schlecker-Firmenchef in Stuttgart begonnen
tagesschau 20:00 Uhr, 06.03.2017, Frank Bräutigam, SWR

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Angehörige wegen Beihilfe angeklagt

Schlecker habe im Wissen um die drohende Pleite seines Unternehmens jahrelang Millionen auf die Logistik-Gesellschaft LDG umgeleitet, die seinen Kindern Lars und Meike gehörte, sagte Staatsanwalt Thomas Böttger zu Beginn des Prozesses. Das Geld habe später den Gläubigern gefehlt. Die Anklage umfasst betrügerischen Bankrott, Insolvenzverschleppung, Untreue und eine falsche eidesstattliche Versicherung. Lars und Meike Schlecker sowie ihre Mutter Christa sind unter anderem wegen Beihilfe zum Bankrott angeklagt.

Schlecker haftete allein

Die einst größte deutsche Drogeriekette habe seit 2004 nur noch in einem Jahr (2006) operative Gewinne geschrieben, sagte Staatsanwalt Böttger. Spätestens 2009 habe Schlecker gewusst, dass seinem Unternehmen die Insolvenz drohte. Da habe es keine Aussicht mehr gegeben, mittelfristig in die Gewinnzone zurückzukehren. Schlecker, der für den Riesen-Konzern aus Ehingen bei Ulm als "eingetragener Kaufmann" allein haftete, habe weder nennenswertes Vermögen gehabt, um die Dauer-Verluste auszugleichen, noch Aussicht auf Kredite. Trotzdem habe er überhöhte Preise für den Transport der Waren vom Zentrallager zu den Filialen an die LDG gezahlt, die formal nicht zum Konzern gehörte.

Verhandlungen bis Oktober

Im Fall einer Verurteilung wegen eines besonders schweren Falls des Bankrotts drohen ihm bis zu zehn Jahre Haft. Das Landgericht Stuttgart hat bis Oktober 26 bisher Verhandlungstage angesetzt.

Der 72-jährige Metzgermeister Anton Schlecker eröffnete 1975 den ersten Drogerie-Markt. Bereits zwei Jahre später betrieb er schon mehr als 100 Filialen. Er baute ein Imperium auf und beschäftigte in Glanzzeiten mehr als 55.000 Menschen.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 06. März 2017 um 12:00 Uhr.

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