Schlecker Aufkleber | Bildquelle: dpa

Chronologie Aufstieg und Fall des Schlecker-Imperiums

Stand: 27.11.2017 14:07 Uhr

Vom Metzgergesellen zum Multimillionär - Anton Schlecker gelang ein atemberaubender Aufstieg. Dramatisch war jedoch das Ende der Drogeriekette: Zehntausende Menschen verloren ihren Job. Aufstieg und Fall - eine Chronologie.

1975: Anton Schlecker eröffnet im schwäbischen Kirchheim/Teck seinen ersten Drogeriemarkt. Zwei Jahre später betreibt er 100 Schlecker-Märkte, nach neun Jahren 1000.

1987: Die Drogeriekette expandiert ins Ausland, zunächst nach Österreich. In den Folgejahren kommen Filialketten in anderen europäischen Ländern hinzu.

1998: Das Stuttgarter Landgericht verurteilt das Ehepaar Schlecker zu einer Haftstrafe von je zehn Monaten auf Bewährung. Anton und Christa Schlecker betrogen laut Urteil ihre Angestellten, indem sie ihnen nur vorgaukelten, nach Tarif zu zahlen.

2008: Das Schlecker-Imperium umfasst europaweit mehr als 14.000 Filialen. Die Kette, in der Firmengründer Anton Schlecker als eingetragener Kaufmann das alleinige Sagen hat, beginnt Verluste zu schreiben.

Fünf Jahre nach Schlecker-Pleite
morgenmagazin, 06.03.2017, Jenni Rieger, SWR

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2010: Der Umgang mit der Belegschaft bringt Schlecker in die Kritik: Es geht um unrechtmäßig installierte Kameras und den Austausch eigener Mitarbeiter durch schlecht bezahlte Leiharbeiter. November 2010: Die Kinder Lars und Meike Schlecker rücken in die Führungsetage auf. Sie sollen sich um den Außenauftritt des Konzerns kümmern.

2011: Weil Kunden und Erträge ausbleiben, modernisiert Schlecker seine Filialen. Eine Marketingkampagne soll das Image verbessern. Dezember 2011: Schlecker schließt 600 von 8000 Läden in Deutschland. Lars Schlecker kündigt für das kommende Jahr weitere Schließungen an. Gerüchte um Zahlungsprobleme weist er zurück.

2012: Im Januar verkündet Schlecker seine Zahlungsunfähigkeit. Für 30.000 Mitarbeiter beginnt das Bangen um den Arbeitsplatz. Schlecker und die Unternehmenstochter IhrPlatz stellen Insolvenzanträge. März 2012: Es wird um staatliche Hilfen gerungen. Im Gespräch ist eine Kreditbürgschaft, mit deren Hilfe Schlecker einen Kredit aufnehmen soll, um damit eine Auffanggesellschaft für entlassene Mitarbeiter zu finanzieren. Das Bundeswirtschaftsministerium lehnt schließlich eine Beteiligung ab. Eine von den Bundesländern getragene Bürgschaft scheitert am Widerstand der FDP. Juni 2012: Der Gläubigerausschuss beschließt die Zerschlagung von Schlecker, nachdem sich Kaufinteressenten nach und nach zurückzogen. Am 27. Juni um 15.00 Uhr ist Schluss: Nach knapp dreiwöchigem Ausverkauf schließen die Läden endgültig ihre Türen. Der Betrieb Schlecker ist offiziell "stillgelegt".

Quelle: imago / dpa / Stock&people / Thinkstock | Bildquelle: imago stock&people
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Ein Imperium namens Schlecker. Mehr als 14.000 Filialen gibt es 2008 europaweit.

2016: Die Staatsanwaltschaft Stuttgart erhebt im April Anklage gegen Anton Schlecker, seine Frau, seine beiden Kinder sowie zwei Wirtschaftsprüfer. Dem einstigen Drogeriemarktkönig wird vorgeworfen, Vermögen beiseite geschafft zu haben.

2017: Vor dem Landgericht Stuttgart beginnt im März der Prozess gegen Anton Schlecker und seine Familie. Es wird ein langwieriges Verfahren erwartet. Das Gericht legte bereits Verhandlungstermine bis Oktober fest. Mai 2017: Das Verfahren gegen Anton Schleckers Ehefrau Christa wird gegen eine Zahlung von 60.000 Euro an gemeinnützige Organisationen eingestellt. November 2017: Das Landgericht verhängt eine zweijährige Bewährungsstrafe gegen Anton Schlecker. Außerdem muss er 54.000 Euro zahlen. Seine beiden Kinder Lars und Meike müssen für jeweils mehr als zweieinhalb Jahre in Haft.

Mit Informationen von AFP

Der Schlecker-Prozess
K. Bauer, SWR
06.03.2017 00:03 Uhr

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Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 06. März 2017 um 09:00 Uhr.

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