Christa und Anton Schlecker | Bildquelle: dpa

Prozess in Stuttgart Verfahren gegen Christa Schlecker eingestellt

Stand: 29.05.2017 11:17 Uhr

Christa Schlecker - Ehefrau des Drogeriemarktchefs Anton Schlecker - saß neben ihrem Mann auf der Anklagebank. Nun stellt das Landgericht Stuttgart das Verfahren gegen sie ein. Dafür muss sie 60.000 Euro an eine gemeinnützige Organisation zahlen.

Das Strafverfahren gegen die Frau des früheren Drogeriemarktchefs Anton Schlecker ist eingestellt worden. Die wegen Beihilfe zum Bankrott mitangeklagte Christa Schlecker erklärte sich vor dem Stuttgarter Landgericht bereit, 60.000 Euro an gemeinnützige Organisationen zu zahlen. Das entspricht der Summe, die sie im Juni 2012 von zwei Schlecker-Schwesterunternehmen für einen neuen Beratervertrag bekam - obwohl der Mutterkonzern längst pleite war und die beiden besagten Unternehmen nur wenige Tage später Insolvenz anmeldeten. Mit der Zahlung der Geldauflage ist Christa Schlecker nicht vorbestraft.

Die Staatsanwaltschaft stimmte der Einstellung des Verfahrens gegen Christa Schlecker zu und begründete das unter anderem damit, dass der Vorwurf gegen die 69-Jährige im Verhältnis zu den anderen vermuteten Straftaten "eher ein geringes Gewicht" habe.

Auch Verfahren gegen Wirtschaftsprüfer eingestellt

Bereits vergangene Woche war der Prozess gegen zwei mitangeklagte frühere Schlecker-Wirtschaftsprüfer gegen Geldauflage eingestellt worden. Den Wirtschaftsprüfern war vorgeworfen worden, falsche Bilanzierungen erkannt und dennoch attestiert zu haben, dass die Jahresabschlüsse den gesetzlichen Vorgaben entsprächen.

Die Angeklagten hätten zwar formale Fehler bei der Prüfung der Schlecker-Bilanzen 2009 und 2010 gemacht, im Falle einer Verurteilung wäre die Schuld aber gering, sagte der Vorsitzende Richter. Das Verfahren war bereits von dem Prozess gegen Anton Schlecker und seine Familie abgetrennt worden.

Das Verfahren gegen den Unternehmensgründer und seine Kinder Meike und Lars geht unterdessen weiter. Anton Schlecker soll ab 2009 etwa 25 Millionen Euro an seine Kinder verschoben und somit dem Zugriff der Gläubiger entzogen haben. Als eingetragener Kaufmann haftete er mit seinem Privatvermögen für den Schlecker-Konzern, seine Kinder nicht.

Über dieses Thema berichteten am 29. Mai 2017 NDR Info u.a. um 10:15 und 11:45 Uhr in den Nachrichten und die tagesschau um 13:25 Uhr im ARD-Mittagsmagazin.

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