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"Wir haben einige wunderbare Resultate erzielt": Banco-Santander-Chef Botín verkündete gut gelaunt einen Gewinn von fast neun Milliarden Euro - und das inmitten der Krise. Sein Geheimnis: Er gilt als Manager, der nur Geschäfte macht, von denen er etwas versteht. Und das ist vor allem das Privatkundengeschäft.
Von Marc Koch, ARD-Hörfunkstudio Madrid
[Bildunterschrift: "Wir haben einige wunderbare Resultate erzielt": Banco-Santander-Chef Emilio Botín bei der Verkündung der Jahresbilanz. ]
Es ist die Geldoase inmitten der weltweiten Finanzwüste: Vor den Toren Madrids hat die Santader-Bank ihre eigene Kleinstadt gebaut, mit Büros, Hotels, Tagungszentren und firmeneigenem Golfplatz. Braungebrannt und gut gelaunt kam Santander-Chef Emilio Botín bei der Bilanz-Pressekonferenz gleich zur Sache: "Wir haben einige wunderbare Resultate erzielt: Wir haben einen Nettogewinn von 8,876 Milliarden Euro gemacht."
Das ursprünglich für 2008 angepeilte Ziel von zehn Milliarden wurde damit zwar knapp verfehlt – trotzdem ist das Ergebnis das beste seit 20 Jahren. Bereits eingerechnet sind Verluste aus dem Madoff-Betrugsskandal, der Santander schwer getroffen hat. Von der Bilanz profitieren auch die gut drei Millionen Kleinaktionäre – auf sie wartet im Frühjahr ein warmer Geldregen.
Dass die Bank von der internationalen Krise nur leicht gestreift wurde, ist vor allem das Verdienst von Botín: Der steht seit mehr als 20 Jahren am Ruder von Santander – und gilt als Manager, der nur solche Geschäfte macht, von denen er etwas versteht: Vom Investment-Banking lässt er gerne die Finger, dafür konzentriert er sich lieber auf das Privatkundengeschäft und hatte sich auf dem heißgelaufenen spanischen Immobilienmarkt zurückgehalten. Und international achtet er darauf, seine Bank nicht von einzelnen Märkten abhängig zu machen.
[Bildunterschrift: Weitgehend unbeschadet durch die Finanzkrise gesteuert: Die Banco Santander präsentierte Milliardengewinne. ]
Botíns Risikomanagement gilt in der Branche als ausgesprochen geschickt, und der 74-jährige Santander-Chef will daran auch nichts ändern: "Ich bin davon überzeugt, dass Santander der aktuellen sehr schwierigen Konjunkturlage mit Solidität und vorausschauendem Gespür begegnen wird." Das habe er beim Madoff-Skandal vermisst, bemerkte Botín nicht ohne Süffisanz: "Es ist völlig unverständlich, wie eine Firma, die einer so minutiösen Überwachung wie der US-amerikanischen unterliegt, so lange und in solchem Ausmaß hat betrügen können."
Tausende von Santander-Privatkunden, die durch den Betrug ihr Geld verloren haben, werden von der Bank entschädigt: Sie bekommen Vorzugsaktien als Ersatz für ihr Madoff-Investment, müssen sich aber im Gegenzug verpflichten, nicht gegen Santander zu klagen. Die meisten Kunden können mit dem Angebot der Bank leben: "Ich hätte natürlich auch alles zurückbekommen und in etwas anderes investieren können. Aber gut – so, wie die Marktlage ist, ist es nicht schlecht."
Nicht schlecht ist übrigens auch die Santander-Bilanz in Deutschland: Dort haben die Spanier einen Gewinn vor Steuern von 600 Millionen Euro gemacht.
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