Samsung Galaxy Note 7 | Bildquelle: AFP

Samsung-Untersuchungsbericht "Einzig durch fehlerhafte Batterien"

Stand: 23.01.2017 11:26 Uhr

Davon ausgegangen wurde schon länger, nun kommt Samsung auch in seinem Untersuchungsbericht zu dem Schluss: Schuld am Debakel mit dem Smartphone Galaxy Note 7 sind fehlerhafte Akkus. Die Hardware und die Software der Smartphones seien in Ordnung.

Mehr als drei Monate nach dem Debakel mit dem Flaggschiff-Smartphone Galaxy Note 7 hat Samsung seinen Untersuchungsbericht präsentiert und eine Wiederholung derartiger Pannen ausgeschlossen. Nachforschungen sowohl des Unternehmens als auch unabhängiger Einrichtungen hätten ergeben, dass die Brände bei den Geräten einzig durch fehlerhafte Batterien ausgelöst worden seien, sagte der Chef der Samsung-Mobil-Sparte, Koh Dong Jin.

Die Hardware und die Software der Smartphones seien dafür nicht verantwortlich gewesen. Das Galaxy Note 7 wurde unter anderem damit beworben, eine so hohe Akku-Leistungsfähigkeit wie kein anderes Smartphone zuvor zu haben.

"Lektionen in unseren Prozessen berücksichtigt"

Der Konzern versprach, dass sich solche Vorfälle nicht wiederholen würden. "Die Lektionen aus den vergangenen Monaten sind nun in unseren Prozessen und unserer Kultur weitreichend berücksichtigt worden", hieß es in einer Erklärung des Managements.

Um die Ursache zu ermitteln, testeten laut Unternehmensangaben 700 Experten mehr als 200.000 Smartphones und rund 30.000 Batterien. Sie kamen zu dem Schluss, dass es bei zwei unterschiedlichen Batterietypen von zwei unterschiedlichen Herstellern Fehler gab. Dabei hätten relativ große Akkus beispielsweise nicht gut genug in die Telefone gepasst. Zudem sei das isolierende Material nicht ausreichend gewesen.

Bereits am Freitag hatte die Zeitung "Wall Street Journal" berichtet, die Batterien der Samsung-Tochter SDI hätten nicht der nötigen Größe für das Note 7 entsprochen.

Samsung-Chef Koh Dong-jin | Bildquelle: REUTERS
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Samsung-Manager Koh Dong Jin gibt eine Erklärung zum Smartphone Galaxy Note 7 ab.

Geräte zunächst vom Markt gerufen

Der Konzern musste Mitte Oktober die Produktion seines neuen Smartphones komplett einstellen, nachdem er Probleme mit explosionsgefährdeten Akkus nicht in den Griff bekam. Zuvor waren rund 2,5 Millionen Geräte zurückgerufen worden, doch auch Geräte mit neuen Akkus machten Probleme - Smartphones wurden heiß und qualmten.

Das Note-7-Debakel schadete dem Image von Samsung, dem größten Smartphone-Hersteller der Welt. Der Gewinn im dritten Quartal brach ein. Der Konzern kann das aber mit seinen anderen Sparten ausgleichen - Samsung stellt auch Speicherchips und Bildschirme für Smartphones verschiedener Hersteller her.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 23. Januar 2017 um 11:00 Uhr im Wirtschaftsblock.

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