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Krise in Griechenland
Die CSU redet weiter über Rückkehr der Drachme
Nach seinem Deutschland-Besuch setzt Griechenlands Ministerpräsident Antonis Samaras heute seine Gespräche über das Euro-Sparpaket in Paris fort. Im Élyséepalast wird er von Frankreichs Präsident François Hollande empfangen. Thema ist unter anderem der Zeitraum, in dem Griechenland das Sparziel erreichen soll. Samaras will zwei Jahre Aufschub.
In Berlin war der griechische Regierungschef gestern mit Bundeskanzlerin Angela Merkel zusammengekommen. Dabei hatte Merkel gefordert, die mit den Geldgebern vereinbarten Zusagen einzuhalten. Bei den von Samaras gewünschten Lockerungen hielt sich die Kanzlerin bedeckt. Sie sprach sich aber klar für einen Verbleib Griechenlands in der Euro-Zone aus.
Samaras wirbt bei Merkel um weitere Unterstützung
tagesthemen 21:20 Uhr, 24.08.2012, Thomas Berbner, ARD Berlin
Samaras: "toxische Erklärungen" negativ für Investorensuche
Samaras kritisierte bei dem Treffen in Berlin erneut, dass mehrere Politiker Griechenland die Rückkehr zur früheren Währung Drachme nahegelegt hatten. Wenn "ranghohe Politiker" - egal aus welchem Land - solche "toxischen Erklärungen" abgäben, könne das bei der Investorensuche für Privatisierungen nur negativ sein, so der griechische Regierungschef. Dies müsse ein Ende haben, forderte er eindringlich.
Auch Eurogruppen-Chef Jean-Claude Juncker hatte am Mittwoch gewarnt, dass die Forderungen nach dem Austritt Griechenlands aus der Eurozone die Reformfortschritte Griechenlands gefährden und Gefahren für den gesamten Währungsraum mit sich bringen.
Dobrindt: "Ich sehe Griechenland 2013 außerhalb der Euro-Zone"
In Deutschland hatten zuletzt unter anderem Vizekanzler Philipp Rösler (FDP) und Unionsfraktionschef Volker Kauder (CDU) einen Austritt Griechenlands aus der Währungszone für notfalls verkraftbar erklärt. CSU-Generalsekretär Alexander Dobrindt legt nun nochmals nach: "Nach meiner Überzeugung führt an einem Austritt Griechenlands aus der Euro-Zone kein Weg vorbei", sagte Dobrindt der "Bild am Sonntag". "Ich sehe Griechenland 2013 außerhalb der Euro-Zone." Nach einem "geordneten Austritt" solle das Land mithilfe eines Marshallplans wirtschaftlich wieder aufgebaut werden und dann die Möglichkeit haben, in die Eurozone zurückzukehren. Das werde für die Griechen aber ein langer Weg.
FDP wendet sich gegen Austrittsforderungen
Außenminister Guido Westerwelle (FDP) verurteilte die Äußerungen aus der CSU mit scharfen Worten. Es sei falsch, vor dem Bericht der Troika ohne ausreichende Faktenlage über Griechenland zu urteilen, sagte Westerwelle in Oslo. "Das Mobbing gegen einzelne Euroländer aus parteipolitischem Kalkül muss aufhören", betonte der FDP-Politiker.
Auch FDP-Generalsekretär Patrick Döring hielt Dobrindt entgegen: "Wer glaubt, ein Austritt Griechenlands würde am Ende preiswerter, der macht sich was vor." Entscheidend sei, dass Griechenland seine Verpflichtungen einhalte. "Es wäre falsch, jetzt an Griechenland mit Gewalt ein Exempel statuieren zu wollen", sagte er der "Bild am Sonntag".
Olaf Scholz, stellvertretender SPD-Vorsitzender und Hamburgs Erster Bürgermeister, warnte, Griechenland dürfe nicht aus der Eurozone herausgetrieben werden - auch nicht durch die Reden deutscher Politiker. "Im Augenblick melden sich viele zu Wort, die zu wenig Ahnung haben", sagte der "Welt am Sonntag". Dies verschärfe die Vertrauenskrise und mache die Rettung des Euro noch teurer.
Stand: 25.08.2012 03:35 Uhr
