Babymilchdosen wurden aus einem Supermarktregal in Frankreich entfernt.  | Bildquelle: AP

Verdacht auf Salmonellen Rückruf von Babynahrung in 83 Ländern

Stand: 14.01.2018 14:36 Uhr

Die Krise um den französischen Babymilchpulver-Hersteller Lactalis weitet sich aus. Inzwischen sind mehr als zwölf Millionen Dosen in 83 Ländern zurückgerufen worden. Lactalis ist einer der weltweit größten Molkereikonzerne.

Der französische Molkereikonzern Lactalis hat in 83 Ländern Babynahrung zurückgerufen, die möglicherweise mit Salmonellen verunreinigt ist.

Weltweit wurden mehr als zwölf Millionen Packungen aus dem Handel genommen. Das sagte der Chef des Herstellers Lactalis, Emmanuel Besnier, der Sonntagszeitung "Journal du Dimanche". Es war das erste Mal, dass er sich öffentlich zu dem Skandal äußerte. Allen betroffenen Familien versprach Besnier eine Entschädigung. Die Folgen für die Konsumenten, darunter Babys unter sechs Monaten, seien für ihn Anlass zu "sehr großer Sorge".

Mehr als 30 erkrankte Babys

Lactalis hatte wegen der Salmonellengefahr bereits im Dezember weltweit Tausende Tonnen Babymilch zurückgerufen, nachdem mehr als 30 Babys erkrankt waren. Mittlerweile ist auch ein Baby in Spanien erkrankt, ein weiterer Fall in Griechenland wird noch geprüft. Salmonellen können Magen-Darm-Erkrankungen wie Durchfall auslösen.

Am Freitag ordnete der Konzern nach einem Treffen mit dem französischen Wirtschaftsminister Bruno Le Maire an, sämtliche Babymilchprodukte aus seiner Fabrik in Craon in Westfrankreich aus dem Handel zu nehmen. In den Tagen zuvor war bekannt geworden, dass wegen Fehlern bei mehreren großen Supermarktketten in Frankreich bereits zurückgerufene Produkte aus dem Werk trotzdem verkauft worden waren.

Lactalis ist einer der größten Molkereikonzerne der Welt. In Deutschland verkauft er keine Babymilch, dafür aber Käse der Marken President, Galbani oder Salakis.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 14. Januar 2018 um 12:00 Uhr.

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