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Verkauf an asiatische Investorengruppe
Neue Saab-Eigentümer setzen auf Elektroautos
Nach langer Suche ist ein neuer Eigentümer für den schwedischen Autobauer Saab gefunden. Eine chinesisch-japanische Investorengruppe übernimmt das insolvente Unternehmen und will im Stammwerk künftig nur noch Elektroautos fertigen. Eine Kehrtwende mit vielen Fragezeichen.
Von Albrecht Breitschuh, ARD-Hörfunkstudio Stockholm
Viele Fragen blieben offen, als die neuen Eigentümer von Saab vorgestellt wurden. Zum Beispiel die, wieviel Geld das chinesisch-japanische Unternehmen National Electric Vehicle Sweden (NEVS) für die Übernahme bezahlt hat. Oder die, wie viele Arbeitsplätze am Produktionsstandort Trollhättan erhalten bleiben. Und wann NEVS mit einem konkurrenzfähigen Elektroauto auf den Markt zu kommen gedenke.
Stattdessen wurden - wie immer in den letzten Jahren, wenn sich ein neuer wirklicher oder potenzieller Käufer bei Saab vorgestellt hat -, große Ziele formuliert. Das Elektroauto solle für ein neues Kapitel in der schwedischen Industriegeschichte sorgen, hieß es. Weltmarktführer wolle man werden, vor allem in China und den USA sei der Bedarf angeblich enorm. Und das alles wolle man von Schweden aus erreichen.
Asiatischer Investor übernimmt Saab
A. Breitschuh, ARD Stockholm
13.06.2012 16:52 Uhr
"Wollen Investoren den Staat melken?"
Nicht nur der anerkannte Automobilexperte Jan Nylander kam da ins Grübeln: "Ich finde es ein bisschen merkwürdig, dass man angeblich hier produzieren will und auf den chinesischen Markt setzt", sagte er. "Wäre es da nicht besser, in eine Fabrik in China zu investieren? So wie es Volvo gemacht hat. Die haben die Produktion nach China verlegt und umgehen so die hohen Transportkosten und Importzölle." Dazu komme die japanische Technologie - warum also der Umweg über Schweden? "Viele meiner Kollegen glauben, man möchte den Staat melken."
Angeblich stehen große Beträge für Forschung und Entwicklung zur Verfügung. Dass 2014 möglicherweise ein konkurrenzfähiges Elektroauto auf den Markt komme, das dann auf dem Saab 9-3 basiere, hält Nylander für wenig wahrscheinlich. Ihm werde auch nicht klar, wie man als kleines schwedisches Unternehmen Weltmarktführer für Elektroautos werden will, obwohl in China und den USA enorme Summen investiert werden.
Woher kommt die Technik für die teuren Batterien?
"Dann müsste man schon eine neue Technologie haben", sagte Nylander. "Ich habe vor kurzem mit dem Einkaufschef von General Motors gesprochen - einem Unternehmen, das viel Geld in Elektroautos investiert hat. Ich spreche da von Milliarden." Das Problem liegt ihm zufolge bei den Batterien: Sie würden die Autos so teuer machen. "Bis eine bessere Lösung gefunden ist, vergehen mindestens fünf bis zehn Jahre. Und da sind für mich die Überlebenschancen eines kleinen schwedischen Unternehmens minimal."
Saab hatte im letzten Dezember nach mehreren vergeblichen Rettungsversuchen Insolvenz angemeldet. Das Unternehmen hat nach jüngsten Zahlen rund 1,4 Milliarden Euro Schulden. Die Vermögenswerte sollen sich auf circa 400 Millionen Euro belaufen. Seit gut einem Jahr stehen die Bänder am Produktionsstandort Trollhättan still.
Stand: 13.06.2012 17:40 Uhr
