Ryanair weist Vorwurf des Gebührenprellens zurück

Verdacht auf geprellte Gebühren

Ryanair weist Vorwürfe zurück

Flugzeuge der Gesellschaft Ryanair (Bildquelle: dpa)
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Der Billigflieger Ryanair sieht sich Anschuldigungen ausgesetzt.

Die irische Billigfluglinie Ryanair wehrt sich gegen Anschuldigungen, sie habe Gebühren in Millionenhöhe geprellt, indem sie bei Flügen regelmäßig falsche Gewichtsangaben gemacht hat. "Die aktuellen Vorwürfe entsprechen nicht der Wahrheit", sagte Unternehmenssprecher Stephen McNamara in Frankfurt am Main. Die gesamte Ryanair-Flotte des Typs 737 halte die von Boeing vorgegebenen Programme uneingeschränkt ein. Dies sei bereits durch die irische Luftfahrtbehörde (IAA) zertifiziert und bestätigt worden.

Die Zeitung "Die Welt" und das Luftfahrtmagazin "Cargo Forwarder" hatten berichtet, der Luftraumüberwacher Eurocontrol sowie die nationalen Luftfahrtämter der EU-Staaten hätten Ryanair vorgeworfen, je Flugzeug ein maximales Start- und Landegewicht von 67 Tonnen angegeben zu haben. Kontrollen an mehreren deutschen Flughäfen hätten allerdings ergeben, dass dieser Wert ständig um bis zu acht Tonnen überschritten worden sei.

Möglicher Schaden in Millionenhöhe

Die Sicherheit der Flüge sei dadurch nicht gefährdet worden, hieß es weiter, da die Flugzeuge vom Typ Boeing 737-800 für ein maximales Startgewicht von 75 Tonnen zugelassen seien. Allerdings habe Ryanair dadurch möglicherweise pro Flug 17 Euro weniger gezahlt, schreibt "Die Welt" unter Berufung auf Luftfahrtexperten. Auf das Jahr hochgerechnet ergebe das rund 370.000 Euro, in ganz Europa könne sich der Schaden auf bis zu 50 Millionen Euro summieren.

Die Deutsche Flugsicherung DFS bestätigte die Abweichungen der Gewichtsangaben. Der Fall werde nun geprüft. Sollte sich die Gebührenhinterziehung bestätigen, wolle die DFS rechtliche Schritte einleiten und sich nicht gezahlte Gebühren notfalls per Gerichtsentscheid zurückholen. Inzwischen zahle Ryanair aber die korrigierte Gebühr. Nachdem der Fehler aufgefallen sei, habe man die Pauschale entsprechend angehoben, sagte eine Sprecherin der DFS.

Stand: 19.12.2012 20:52 Uhr

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