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Ryanair-Flugzeug

Nach Pannenserie bei Billig-Airline

Spanien will Ryanair schärfer kontrollieren

Nach einer Reihe von Zwischenfällen auf Flügen der Billig-Airline Ryanair in den vergangenen Wochen plant Spanien schärfere Kontrollen von Maschinen der Fluggesellschaft. Da die Flugzeuge der irischen Airline vor allem in Spanien eingesetzt würden, wollten die spanischen Behörden die Möglichkeit haben, intensivere Überprüfungen vorzunehmen, erklärte Infrastruktur-Staatsminister Rafael Catalá. Das spanische Verkehrsministerium rief nun den EU-Verkehrskommissar Siim Kallas und die irische Luftfahrtbehörde IAA dazu auf, die Luftfahrtsicherheit zu verbessern.

Kontrolle von Ryanair ist Sache der irischen Behörden

Als irische Fluglinie wird Ryanair von der dortigen IAA kontrolliert. Dass sich durch den Vorstoß aus Madrid etwas daran ändert und die spanischen Behörden mehr Kontrollmöglichkeiten erhalten, gilt allerdings als unwahrscheinlich. Denn Ryanair ist eines der erfolgreichsten Unternehmen Irlands. Vor diesem Hintergrund hat die Regierung in Dublin voraussichtlich kein Interesse daran, den Erfolg der Fluglinie durch mögliche Bußgelder spanischer Behörden zu schmälern.

Flugzeuge der Gesellschaft Ryanair
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Weil Ryanair in Spanien besonders präsent ist, fordert die Regierung, die Airline schärfer kontrollieren zu können.

Der spanische Vorstoß folgt auf eine Reihe von Zwischenfällen bei Ryanair. Ein Flugzeug der irischen Billigfluglinie musste am Sonntagnachmittag wegen technischer Probleme den Madrider Flughafen Barajas ansteuern und dort mit einer Sicherheitslandung aufsetzen- Die Landung sei ohne Zwischenfälle verlaufen, teilte ein Sprecher des spanischen Flughafenbetreibers Aena der amtlichen Nachrichtenagentur EFE mit. Die Maschine war unterwegs von Beauvais in Frankreich nach Teneriffa. Der Pilot hatte laut Aena eine ungeplante Landung auf Barajas beantragt. Nach dreistündiger Reparatur habe die Maschine den Flug in Richtung Kanarische Inseln fortgesetzt.

Drei Zwischenfälle in vier Tagen

Es war bereits der zweite Zwischenfall bei einem Ryanair-Jet in Spanien binnen 24 Stunden. Ein Flugzeug der Billiglinie, das am Samstag von Bristol in Großbritannien zur katalanischen Stadt Reus gestartet war, musste wegen eines Motorschadens eine Sicherheitslandungng auf dem Flughafen El Prat von Barcelona machen. Am vergangenen Donnerstag landete eine Ryanair-Maschine aus Weeze am Niederrhein nach schweren Turbulenzen beim Landeanflug auf dem Flughafen Palma de Mallorca. Drei Menschen wurden bei den Turbulenzen leicht verletzt.

Im Juli hatte Ryanair in Spanien drei Mal sofortige Landungen wegen Treibstoffmangels beantragt. Unter anderem waren am 26. Juli drei Ryanair-Flugzeuge mit Ziel Madrid wegen eines Gewitters nach Valencia umgeleitet worden. Die Maschinen hatten dabei den Notruf Mayday abgesetzt, da die Kerosinmenge ein kritisches Minimum erreichte. Anschließend wurden Vorwürfe laut, die Fluglinie setze die Piloten unter Druck, um die Maschinen aus Kostengründen nur minimal zu betanken.

Ryanair-Chef Michael O'Leary weist Vorwürfe mangelnder Sicherheit seiner Airline entschieden zurück. In einem Gespräch mit einer spanischen Zeitung bezichtigte er das spanische Verkehrsministerium, eine Hetzkampagne gegen Ryanair zu betreiben.

Sicherheitslandung oder Notlandung?

Von einer Sicherheitslandung wird grundsätzlich gesprochen, wenn ein Flugzeug noch funktionstüchtig ist und beispielsweise nach einem Zwischenfall wie dem Ausfall eines Triebwerks gezielt einen ausgewählten Flughafen ansteuern kann - es aber dennoch in einer Lage ist, in der eine Landung eine drohende Notlage abwendet.
Eine Notlandung bedeutet hingegen, dass ein Flugzeug sofort landen muss - wie beispielsweise im spektakulären Fall eines Airbus A320, der nach einem Ausfall aller Triebwerke auf dem Hudson River in New York notwassern musste.

Stand: 17.09.2012 05:40 Uhr

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