Niki Lauda spricht auf einer Pressekonferenz von Laudamotion. | Bildquelle: REUTERS

Irischer Billigflieger Ryanair will Niki Laudas Airline kaufen

Stand: 20.03.2018 15:35 Uhr

Vor zwei Monaten erst hatte Niki Lauda seine frühere Airline Niki zurückgekauft, nun will er die Mehrheit schon wieder abgeben. Der Billigflieger Ryanair steigt bei Laudamotion ein.

Europas größter Billigflieger Ryanair will die Mehrheit bei Niki Laudas neuer Fluglinie Laudamotion übernehmen - und damit Zugriff auf wertvolle Start- und Landerechte an begehrten deutschen Flughäfen bekommen. Das dürfte die Lufthansa mächtig ärgern. Denn Laudamotion - die Nachfolge-Airline der früheren Air-Berlin-Tochter Niki - könnte in Düsseldorf stark werden, wo sich schon die Lufthansa-Billigtochter Eurowings eingerichtet hat.

Die irische Fluggesellschaft kauft in einem ersten Schritt knapp ein Viertel der Anteile. Dieser Anteil solle so schnell wie möglich auf 75 Prozent ausgebaut werden, teilte Ryanair mit.

Lauda leitet den Vorstand

Der frühere Rennfahrer Lauda soll Laudamotion auch künftig führen. "Ich bin nicht hierhergekommen, um abzutreten, sondern um richtig anzufangen", sagte der 69-Jährige am Düsseldorfer Flughafen und machte klar, dass der Lufthansa nun ein schärferer Preiskampf droht als gedacht. "Ich stehe für Wettbewerb und jeder weiß, dass ich Monopolen kritisch gegenüberstehe."

Niki Lauda hält in einem Flugzeug der Laudamotion eine Pressemitteilung in der Hand. | Bildquelle: REUTERS
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Niki Lauda soll auch nach der Ryanair-Übernahme Laudamotion führen.

Der gesamte Kaufpreis liegt den Iren zufolge bei weniger als 50 Millionen Euro, die gleiche Summe schießen sie für Geschäftsaufbau und Betriebskosten zu. Helfen will Ryanair auch beim Ausbau der Laudamotion-Flotte von 14 auf rund 20 Flugzeuge in diesem Sommer. Binnen zwei Jahren soll sie auf 30 Maschinen aus der Airbus-A320-Reihe wachsen, wie Lauda versichert. Ryanair betreibt hingegen eine reine Boeing-Flotte mit mehr als 400 Maschinen.

EU-Kommission muss noch zustimmen

Laudamotion soll zu einem neuen Billigflieger werden - und sowohl im Linienverkehr als auch für Reiseveranstalter unterwegs sein. Mit Hilfe von Ryanair könne die Gesellschaft auf einem Markt, der von der Lufthansa-Gruppe dominiert wird, stärker wachsen, sagte Ryanair-Chef Michael O'Leary. Der Mehrheitsübernahme muss aber noch die EU-Kommission zustimmen.

Flugzeuge von Niki und Air Berlin | Bildquelle: AFP
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Laudamotion ging aus der insolventen Air-Berlin-Tochter Niki hervor.

Lauda hatte im Januar für knapp 50 Millionen Euro die frühere Air-Berlin-Tochter Niki, die von ihm einst gegründet worden war, aus der Insolvenz zurückgekauft und die Gesellschaft Laudamotion genannt. Zuvor war eine Übernahme durch die Lufthansa am Widerstand der EU gescheitert. Das Geld floss vor allem für die begehrten Start- und Landerechte. Die Niki-Flugzeuge waren alle geleast. Noch sind Laudas Flieger nicht in der Luft. Der Flugbetrieb soll in Kürze starten.

Ryanair steigt bei Laudamotion ein
Stephanie Pieper, ARD London
20.03.2018 15:22 Uhr

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Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 20. März 2018 um 11:00 Uhr.

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