Eine Maschine der Airline Ryanair | Bildquelle: REUTERS

Druck der Aufsichtsbehörden Ryanair will Passagiere entschädigen

Stand: 29.09.2017 20:58 Uhr

Tausende Flüge gestrichen, Hunderttausende Passagiere betroffen - zuletzt gab es bei Ryanair viel, viel Ärger. Und auch die Aufsichtsbehörden griffen ein: Die Fluglinie habe Kunden nicht über deren Rechte aufgeklärt. Jetzt hat Ryanair nachgegeben.

Ryanair hat sich nach der Streichung Tausender Flüge dem Druck der Aufsichtsbehörden in Irland und Großbritannien gebeugt. Die Fluggesellschaft will demnach betroffenen Passagieren den Flugpreis zurückzahlen oder sie auf andere Flüge oder Verkehrsmittel umbuchen. Zusätzlich entstandene Kosten sollen erstattet werden. Das teilte Ryanair kurz vor Ablauf einer Frist der britischen Zivilluftfahrtbehörde mit.

Alle betroffenen Kunden hätten eine E-Mail erhalten, hieß es in der Mitteilung. Bis Sonntag will Ryanair mehr als 90 Prozent der Passagiere umgebucht oder den Flugpreis erstattet haben. Wer wegen der Streichungen zusätzliche Kosten tragen müsse, bekomme sie auf Vorlage von Belegen erstattet.

Ryanair @Ryanair
Ryanair Responds Fully To CAR (& CAA) Requirements To Clarify Customer Entitlements During Cancellations. Read more: https://t.co/e2ndXPxC7P https://t.co/X5NmiI254n

400.000 Passagiere betroffen

Die Airline war heftig in die Kritik geraten, nachdem sie in zwei Schüben Tausende Flüge für die kommenden Monate gestrichen hatte. Allein von den jüngsten Streichungen sind mehr als 400.000 Passagiere betroffen, unter anderem auf der Strecke Köln-Berlin.

Als Grund hatte Ryanair Fehler bei der Erstellung von Dienstplänen angegeben. Urlaubsansprüche seien nicht ausreichend beachtet worden: "Wir entschuldigen uns aufrichtig für die Störung und Unannehmlichkeiten, die unser Dienstplan-Fehler einigen unserer Kunden beschert hat", sagte Marketing-Chef Kenny Jacobs der Mitteilung zufolge.

Die britische Aufsichtsbehörde hatte der Fluggesellschaft eine "permanente Irreführung" von Passagieren vorgeworfen. Ryanair habe die Fluggäste bei der massenhaften Streichung von Flügen nicht ausreichend über ihre Rechte informiert. Sie hatte Konsequenzen angedroht, sollte Ryanair nicht bis zum Abend Nachbesserungen vorlegen.

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 30. September 2017 um 04:00 Uhr.

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