RyanAir beim Take-Off

Billigflieger an deutschem Drehkreuz Ryanair hebt nun auch in Frankfurt ab

Stand: 02.11.2016 11:52 Uhr

Frankfurt-Hahn in Rheinland-Pfalz war gestern: Die irische Billigfluglinie Ryanair bietet künftig auch Flüge vom Drehkreuz Frankfurt an - und greift damit die Lufthansa direkt an. Deren Chef Spohr will das nicht hinnehmen.

Der irische Billigflieger Ryanair will ab März vom Drehkreuz Frankfurt am Main Ziele in Spanien und Portugal anbieten. Das teilten die Airline und der Flughafenbetreiber Fraport auf einer gemeinsamen Pressekonferenz mit. Mit dem Start des neuen Sommerflugplans im März werden demnach einmal am Tag Palma de Mallorca, Alicante, Malaga und Faro angeflogen. Die Stationierung von zwei Flugzeugen des Typs Boeing 737-800 kostet Ryanair nach eigenen Angaben 200 Millionen Dollar.

Ryanair künftig auch ab Frankfurt
tagesschau 17:00 Uhr, 02.11.2016, Alex Jakubowsky, HR

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Bisher haben die Iren ebenso wie andere Billigflieger den größten deutschen Flughafen gemieden. Als Gründe gelten die vergleichsweise hohen Gebühren sowie die langen Drehzeiten der Flugzeuge zwischen Landung und Start. Nach Informationen der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" kam der Flughafen-Betreiber Fraport den Iren mit einem Sonderrabatt entgegen. Zudem habe Fraport der Airline eine 35-Minuten-Drehzeit zugesagt.

Positiv für Fraport könnte sich auswirken, dass der Deal mit Ryanair die Abhängigkeit des Flughafens vom Großkunden Lufthansa reduziert. Die Lufthansa hat in Frankfurt ihre Basis, immerhin 60 Prozent der Passagiere starten und landen dort mit der Kranich-Airline.

Lufthansa verlangt Preisnachlass für alle

Entsprechend verschnupft fiel die Reaktion der Lufthansa aus. Airline-Chef Carsten Spohr verlangte prompt dieselben Rabatte, die Fraport Ryanair gewährt. Lufthansa werde nicht mehr zahlen als Ryanair, sagte Spohr. So könnten 200 bis 300 Millionen Euro pro Jahr eingespart werden.

RyanAir landet ab sofort in Frankfurt | Bildquelle: REUTERS
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David O'Brien von Ryanair, Fraport-Chef Schulte und Ryanair-Marketingchef Jacobs geben den symbolischen Startschuss für die Zusammenarbeit.

Spohr brachte zudem die Politik ins Spiel: Er könne sich nicht vorstellen, dass das hessische Verkehrsministerium als Aufsicht unterschiedliche Gebühren genehmigen werde. Anderenfalls werde Lufthansa nur die niedrigeren Ryanair-Gebühren überweisen. Nicht zuletzt bliebe der Lufthansa, ihre eigene Billigtochter von Frankfurt aus starten zu lassen: "Wenn wir Eurowings nach Frankfurt bringen müssen, werden wir das tun", kündigte Spohr an.

Ryanair will in Frankfurt landen
tagesschau 14:00 Uhr, 02.11.2016, Alex Jakubowski, HR

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Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 02. November 2016 um 12:00 Uhr.

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