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21.11.2009

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Wirtschaft
Gas
RWE kooperiert mit Turkmenistan im Gasgeschäft
Konzern schließt Abkommen mit Regierung

RWE will Gas aus Turkmenistan

Kaspisches Meer Großansicht des Bildes [Bildunterschrift: Bisher lieferte Turkmenistan sein Gas aus dem Kaspischen Meer vor allem an Russland. ]
Der Energiekonzern RWE wird Erdgas im turkmenischen Bereich des Kaspischen Meeres fördern. RWE-Chef Jürgen Großmann und der Direktor der staatlichen turkmenischen Öl- und Gasbehörde, Jagschygeldy Kakajew, unterzeichneten in Aschgabad ein langfristiges Kooperationsabkommen. Der zentralasiatische Staat gab dem zweitgrößten deutschen Energiekonzern den Zuschlag für Erkundungsrechte für ein Gasfeld, wie der turkmenische Präsident Gurbanguli Berdimuchamedow sagte. RWE sprach von einer Rahmenvereinbarung, die unter anderem die Möglichkeit erster turkmenischer Gaslieferungen nach Deutschland und Europa beinhaltet.

Das an Bodenschätzen reiche Turkmenistan liefert bisher praktisch sein gesamtes Exportgas an den russischen Energieriesen Gazprom. Das Land hatte seine Lieferungen in der vergangenen Woche aber eingestellt, nachdem es zu einem Streit mit Russland wegen einer Pipeline-Explosion gekommen war.

Hoffen auf Direktlieferungen

Logo des Energiekonzerns RWE (Foto: dpa) Großansicht des Bildes [Bildunterschrift: Der Energiekonzern RWE setzt auf Gas aus Turkmenistan. ]
Turkmenistan strebt seit längerem danach, unabhängiger von Russland zu werden. Gleichzeitig hatten sich die europäischen Staaten, die stark von russischem Gas abhängig sind, zuletzt immer wieder darum bemüht, direkt mit turkmenischem Gas beliefert zu werden. RWE-Chef Jürgen Großmann, der für die Vertragsunterzeichnung nach Turkmenistan gekommen war, sagte, der Konzern arbeite an der direkten Belieferung Europas mit Gas aus der Region des Kaspischen Meers. RWE-Konkurrent E.ON Ruhrgas ist dagegen eng mit dem russischen Energieriesen Gazprom verbunden und in den vergangenen Jahren in die Gasförderung in Sibirien eingestiegen.

Gas für die "Nabucco"-Pipeline?

RWE will mit weiteren Konzernen die Gaspipeline "Nabucco" bauen, über die Erdgas aus der Region nach Europa fließen soll. Turkmenistan könnte ein Lieferland sein. Nach dem Streit zwischen Russland und der Ukraine, der die Gas-Versorgung in Europa mitten im Winter für mehrere Tage unterbrach, gilt das Vorhaben als eines der wichtigsten europäischen Pipeline-Projekte.

Hintergrund:

Gashahn (Foto: AP)
Weitere Meldungen Das Projekt "Nabucco" Wo soll die Pipeline verlaufen? Und wer speist das Gas ein? [mehr]

Mit "Nabucco" soll Gas über eine 3300 Kilometer lange Leitung vom Kaspischen Raum über die Türkei, Bulgarien, Rumänien und Ungarn nach Österreich strömen. Die Fertigstellung ist für 2013 geplant. Partner von RWE sind OMV aus Österreich, die ungarische MOL, die türkische Botas, Bulgargaz aus Bulgarien sowie die rumänische Transgaz. Bisher war eines der Probleme dieses Projekts, dass völlig unklar war, woher das Gas kommen könnte, das durch die Pipeline geleitet werden soll.

Projekt: Nabucco-Pipeline [Bildunterschrift: In Rot eingezeichnet: geplanter Verlauf der Nabucco-Pipeline ]
Stand: 16.04.2009 17:03 Uhr
 

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