Blick auf verschiedene Wurstsorten an einer Wursttheke | Bildquelle: dpa

Verbotene Preisabsprachen Millionenstrafe für zu teure Wurst

Stand: 15.01.2018 16:56 Uhr

Jahrelang sollen mehrere Wursthersteller illegal Preise abgesprochen haben. Das Bundeskartellamt hatte deshalb Geldstrafen von insgesamt 338 Millionen Euro verhängt. Dagegen legten einige Firmen Einspruch ein. Nun muss Rügenwalder 5,5 Millionen Euro zahlen.

In einem Verfahren um das sogenannte Wurstkartell hat das Oberlandesgericht Düsseldorf gegen den Hersteller Rügenwalder und zwei Verantwortliche des Unternehmens Geldbußen von mehr als 5,5 Millionen Euro verhängt. Laut Kartellsenat hatte das Unternehmen zwischen 2006 und 2009 mit anderen Firmen verbotene Preisabsprachen getroffen. Das Urteil wurde bereits am Freitag gefällt, jedoch erst heute veröffentlicht.

Wegen verbotener Preisabsprachen hatte das Bundeskartellamt zwischen November 2013 und Juli 2014 insgesamt Geldbußen in Höhe von 338 Millionen Euro gegen 22 Wursthersteller und 33 Verantwortliche verhängt. Es handelte sich damit um einen der größten Kartellskandale der deutschen Wirtschaftsgeschichte. Dagegen hatten mehrere Hersteller Einspruch eingelegt.

Blick in die Wurstfabrik "Rügenwalder Mühle". Archivbild aus dem Jahr 2006. | Bildquelle: dpa
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Dem Wursthersteller Rügenwalder drohen noch Schadenersatzforderungen des Lebensmittelhandels.

Deal mit der Staatsanwaltschaft

Rügenwalder hatte zuletzt eine Verständigung mit der Generalsstaatsanwaltschaft gesucht. Das Urteil verändert die Höhe der ursprünglich verhängten Geldbuße nur wenig. Jedoch wurde der Tatzeitraum auf die Zeit ab 2006 beschränkt. Dies könnte Rügenwalder bei möglichen Schadenersatzforderungen des Lebensmittelhandels zugute kommen.

Neben Rügenwalder hatten ursprünglich auch noch Wiesenhof, Wiltmann und Heidemark gegen die Millionenbußen Einspruch eingelegt. Wiesenhof zog seine Klage jedoch bereits kurz vor Prozessbeginn zurück. Auch Heidemark sucht mit der Staatsanwaltschaft eine Einigung. Lediglich Wiltmann zeigt sich bislang fest entschlossen, das Verfahren bis zum Ende durchzuziehen. Ein weiterer Verhandlungstag ist für Mittwoch anberaumt.

Über dieses Thema berichtete NDR 1 am 15. Januar 2018 um 16:45 Uhr.

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