Ein erster Zug fährt nach Aufhebung der Sperrung über die Rheintalbahn bei Ratstatt

Rheintalbahn wieder frei Der erste Zug seit sieben Wochen

Stand: 02.10.2017 04:02 Uhr

Sieben Wochen lang war eine der wichtigsten Bahnstrecken Europas gesperrt - weil es bei Bauarbeiten eine Panne gegeben hatte. Seit Mitternacht ist die Rheintalbahn wieder frei. Güterverkehrsunternehmen prüfen, ob sie die Bahn auf Schadenersatz verklagen.

Nach einer Sperrung von sieben Wochen ist die Rheintalbahn zwischen Rastatt und Baden-Baden wieder frei. Nach Angaben der Bahn gilt dort wieder der reguläre Fahrplan, der erste Zug rollte kurz nach Mitternacht über den reparierten Abschnitt.

Die für den gesamten europäischen Bahnverkehr bedeutsame Nord-Süd-Verbindung war seit dem 12. August gesperrt. Damals hatten sich beim Tunnelbau für die Neubaustrecke die Schienen gesenkt, nachdem Wasser und Erdreich eingedrungen waren.

Die abgesackten Gleise in einer Luftaufnahme
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Die abgesackten Gleise in einer Luftaufnahme von Mitte August.

Ersatzbusse, Umleitungen, Ausfälle

Tausende Fahrgäste waren täglich von der Sperrung betroffen. Sie mussten Umwege in Kauf nehmen oder auf Ersatzbusse umsteigen. Hart getroffen wurden Güterverkehrsunternehmen, die von hohen Umsatzausfällen und Mehrkosten berichteten. Nur ein Teil des normalen Güterverkehrs habe über Ersatzstrecken abgewickelt werden können. Die Firmen befürchten, dass ein Teil des Verkehrs dauerhaft auf die Straße verlagert wurde. Verschiedene Unternehmen prüfen Schadenersatzklagen.

Aus Teilen der Politik, von Logistikunternehmen und Verkehrsverbänden kam scharfe Kritik an der Deutschen Bahn. Sie werfen dem Unternehmen mangelnde Risikovorsorge bei dem Bauprojekt vor. Es habe keine Pläne für den Fall einer solchen Panne gegeben.

Die Bahn rechnet nach dem Schaden an der Tunnelröhre mit Verzögerungen an dem Bauprojekt. Die Mehrkosten seien noch nicht zu beziffern. Zwischen Bahn und den Baufirmen laufe ein Schiedsverfahren.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 02. Oktober 2017 um 05:30 Uhr.

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