Defektes Renault-Markenzeichen an einem Unfallwagen | Bildquelle: dpa

Aktien fallen um 20 Prozent Kurssturz nach Razzien bei Renault

Stand: 14.01.2016 14:16 Uhr

Die Aktienkurse des französischen Autoherstellers Renault sind um fast 20 Prozent eingebrochen. Grund ist ein Bericht über Razzien an mehreren Standorten von Renault. Sie sollen in Zusammenhang mit der VW-Abgasaffäre gestanden haben.

Nach einem Bericht über Durchsuchungen bei Renault sind die Aktienwerte des französischen Autoherstellers eingebrochen. Bis zum Mittag verloren sie fast 20 Prozent an Wert.

Grund ist die Aussage eines Vertreters der französischen Gewerkschaft CTG, dass vergangene Woche Geschäftsräume von Renault durchsucht wurden.

Zusammenhang mit der VW-Abgasaffäre?

Die betroffenen Bereiche ließen vermuten, dass die Durchsuchungen in Zusammenhang mit der VW-Abgasaffäre stünden: "Das Management hat zwar nicht bestätigt, dass es sich um die Stickoxid-Emissionen dreht. Betrachtet man aber die durchsuchten Geschäftsbereiche, könnte da ein Zusammenhang bestehen", sagte CTG-Vertreter Florent Grimaldi.

Volkswagen steht seit Monaten unter Druck, weil der Konzern millionenfach eine Software in Autos einbaute, welche die Abgaswerte manipulierte.

Die Ermittler handelten im Auftrag der französischen Antibetrugs- und Wettbewerbsbehörde DGCCRF des Wirtschaftsministeriums.

Minister legen schützende Hand über Renault

Französische Regierungsmitglieder nahmen Renault allerdings in Schutz. "Es gibt keinen Betrug bei Renault", sagte die Energieministerin Segolene Royal. Frankreich habe bei Renault zwar Emissionsprüfungen vorgenommen, dabei aber keine manipulierte Software gefunden.

Frankreichs Wirtschaftsminister Emmanuel Macron stieß ins gleiche Horn. Renault sei nicht speziell wegen seiner Abgaswerte ins Visier der französischen Behörden geraten."Es gibt nichts besonderes im Hinblick auf Renault", sagte Macron in Berlin. Es sei lediglich bekannt geworden, dass die Behörden bei Renault und anderen Autoherstellern die Informationspolitik gegenüber den Kunden prüfe.

Auch bei Peugeot brachen die Aktienwerte ein

Renault bestätigte die Durchsuchungen. Das Unternehmen arbeite vollständig mit der DGCCRF sowie dem Umweltministerium zusammen, hieß es in einer Mitteilung. Bei ersten Tests sei keine betrügerische Software in Renault-Fahrzeugen gefunden worden, so das Unternehmen.

Auch die Aktien des Renault-Konkurrenten Peugeot verloren zwischenzeitlich etwa sieben Prozent an Wert. Peugeot erklärte jedoch, nicht von Betrugsermittlern durchsucht worden zu sein. Die Abgastests des Energieministeriums wiesen keine Anomalitäten auf.

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