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US-Reaktionen auf Stracke-Rücktritt

"Ein überfälliger Schritt"

Warum Opel-Chef Stracke abgetreten ist, bleibt unklar, auch der Mutterkonzern GM hüllt sich in Schweigen. Experten in Detroit vermuten aber: Grund ist der - aus amerikanischer Sicht - schleppende Umstrukturierungsprozess bei Opel. Es fehlten schlicht die nötigen Einschnitte.

Von Martin Ganslmeier, NDR-Hörfunkstudio Washington

Konzernzentrale von General Motors
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Die Konzernzentrale von General Motors: Bislang hält sich der Opel-Mutterkonzern mit Äußerungen zum Rücktritt von Opel-Chef Stracke zurück.

Zu den eigentlichen Gründen für den Wechsel an der Spitze von Opel äußerte sich General Motors nicht. Auch von Steven Girsky, dem Nachfolger von Karl-Friedrich Stracke, gab es dazu keine Stellungnahme. Doch für Greg Gardner, Wirtschaftsredakteur und GM-Experte bei der Detroit Free Press, war der Schritt überfällig.

Der Umstrukturierungsprozess bei Opel verlaufe aus Sicht der Konzernmutter in Detroit zu langsam. sagt er. Während GM in den USA nach den schmerzhaften Werksschließungen vor drei Jahren mittlerweile wieder gute Profite einfahre, komme Opel einfach nicht voran: "Wir fragen uns, was das Problem ist. Natürlich müssen Werke geschlossen und Jobs abgebaut werden. Schmerzhafte Einschnitte sind nötig, aber bei Opel passieren sie nicht."

Dem amerikanischen Steuerzahler nicht zu vermitteln

Ausschlaggebend für den Wechsel an der Opel-Spitze - so Gardners Vermutung - sei Opels Ankündigung gewesen, bis einschließlich 2016 keine Arbeitsplätze abzubauen. Dem amerikanischen Steuerzahler als größtem Anteilseigner von General Motors sei dies kaum vermittelbar: Radikalkur in den USA, aber in Europa soll alles beim alten bleiben, obwohl Opel seit zehn Jahren Verluste einfährt? "Bei uns schließt fast monatlich ein Werk - und dann lesen wir, dass in Westdeutschland seit dem Zweiten Weltkrieg kein Autowerk geschlossen wurde. Das finden die amerikanischen Bürger erstaunlich", sagt Gardner.

Härterer Kurs angekündigt
M. Ganslmeier, NDR Washington
13.07.2012 01:44 Uhr

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Opel-Sanierung Girskys Meisterstück?

Den neuen Mann an der Spitze von Opel, Steven Girsky, kennt der Wirtschaftsredakteur aus der Firmenzentrale von GM. Girsky sei ein ebenso intelligenter wie kostenbewusster Automanager, der aber auch das Vertrauen der Gewerkschaft der Automobilarbeiter genieße. Als Vize-Chef von General Motors habe sich Girsky stets dafür stark gemacht, Opel im Konzern zu halten. Die Sanierung von Opel könnte nun sein Meisterstück werden: "Das ist seine große Chance. Er ist sehr klug, er kennt das Geschäft, jetzt muss er vollstrecken", meint GM-Experte Gardner.

Den Zeitpunkt für den Wechsel an der Spitze hält er für geschickt gewählt: Die zunehmend schwierigere Wirtschaftslage in Europa mache es künftig einfacher, die Gewerkschaften zu weiteren Zugeständnissen zu bewegen.

Stand: 13.07.2012 01:51 Uhr

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