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Bußgeld gegen RBS im Libor-Skandal
Auf die Manipulation folgt die Millionenstrafe
Als dritte Großbank muss die Royal Bank of Scotland (RBS) wegen der jahrelangen Manipulation des Zinssatzes Libor ein hohes Bußgeld zahlen. Das teilverstaatlichte Institut überweist nach eigenen Angaben 615 Millionen Dollar - umgerechnet etwa 455 Millionen Euro - an die Aufsichtsbehörden in den USA und Großbritannien. Etwa drei Viertel der Strafzahlung will die RBS aus dem Topf zahlen, der für Boni der Mitarbeiter in der Handelssparte vorgesehen ist.
Der Chef der Handelssparte, John Hourican, übernehme die Verantwortung für die Fehler des Managements im Libor-Skandal und werde die RBS verlassen, erklärte das Geldhaus. Insgesamt hätten sich 21 Mitarbeiter falsch verhalten. Die Verantwortlichen seien nicht mehr für die Bank tätig. Die Untersuchungen hätten aber ergeben, dass der Bank selbst kein bewusstes Fehlverhalten vorzuwerfen sei.
Kleine Ausschläge, große Gewinne
Im sogenannten Libor-Skandal stehen Händler verschiedener Banken im Verdacht, Referenzzinssätze wie den Libor zu ihren Gunsten manipuliert zu haben, um Handelsgewinne einzustreichen. Der Libor ist die Basis für Verträge in aller Welt, darunter Hypotheken, Rentenpapiere und Verbraucherkredite. Kleine Ausschläge bei diesem Referenzzins, dessen Ermittlung auf Angaben der Banken beruht, können große Gewinne oder Verluste bringen.
Wegen ihrer Beteiligung an der Libor-Manipulation waren bereits gegen Barclays und die Schweizer UBS hohe Strafen verhängt worden.
Deutsche Bank beurlaubt fünf Händler
Die Deutsche Bank teilte unterdessen mit, dass sie im Zusammenhang mit internen Ermittlungen zu Zinsmanipulationen fünf weitere Händler suspendiert habe. "Nachdem die Bank festgestellt hat, dass sich eine bestimmte Zahl von Mitarbeitern unangemessen verhalten hatte, hat sie diese Mitarbeiter suspendiert oder entlassen und verfallbare Vergütungskomponenten einbehalten", erklärte ein Konzernsprecher.
Stand: 06.02.2013 16:15 Uhr
