Verdacht auf Steuerhinterziehung Großrazzia bei der HypoVereinsbank

Stand: 29.11.2012 09:40 Uhr

Die HypoVereinsbank
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Gegen die HypoVereinsbank wird wegen des Verdachts der Steuerhinterziehung ermittelt.

Die HypoVereinsbank (HVB) steht unter dem Verdacht der Steuerhinterziehung. Die Tochterfirma des italienischen UniCredit-Konzerns teilte mit, dass gestern Geschäftsräume der Bank durchsucht worden seien. Mehr als 60 Staatsanwälte, Steuerfahnder und Kriminalpolizisten hätten eine groß angelegte Razzia in der Münchner Bankzentrale und zwölf weiteren Gebäude durchgeführt, berichtete die "Süddeutsche Zeitung".

Die Staatsanwaltschaft Frankfurt untersucht Aktienhandelsgeschäfte der HypoVereinsbank in den Jahren 2006 bis 2008, die "in zeitlicher Nähe zum Zeitpunkt der Dividendenzahlungen getätigt worden seien". Die Ermittler gehen davon aus, dass sich die Beteiligten beim Finanzamt unrechtmäßig oder mehrfach Kapitalertragssteuern vom Finanzamt zurückerstatten ließen. Das Finanzministerium spricht laut "SZ" von "Geltendmachung ungerechtfertigter Steuererstattungsansprüche". Die HVB soll in dem Fall mit einem Frankfurter Investor zusammengearbeitet haben und mitgeholfen haben, dass der Fiskus um knapp 124 Millionen Euro betrogen wurde.

Bank verspricht Zusammenarbeit mit Ermittlern

"Zur Schaffung vollkommener Transparenz im Hinblick auf getätigte Dividendentransaktionen hat auch der Aufsichtsrat der HVB in 2011 eine umfassende Überprüfung der Vorgänge durch externe Berater in Auftrag gegeben", erklärte die Bank. "Diese Überprüfung wird vom Vorstand der Bank und von UniCredit uneingeschränkt unterstützt. Die HypoVereinsbank ist proaktiv auf die Finanz- und Ermittlungsbehörden zugegangen, um diese zu unterstützen."

Nach Informationen der "Süddeutschen Zeitung" wird gegen zahlreiche Beschuldigte ermittelt. Dem Bericht zufolge handelt es sich bei den Vorwürfen gegen die HypoVereinsbank um keinen Einzelfall. Nach Angaben des Bundesfinanzministeriums prüfen die Steuerbehörden von Bund und Ländern mehrere derartige Vorgänge. Nach Einschätzung von Ermittlern könnte der Staat über Jahre hinweg um Milliardenbeträge erleichtert worden sein.

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