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NASA setzt auf private Anbieter

Wie Firmen den Weltraum erobern

Die erste Mondlandung hat der NASA einen Platz in den Geschichtsbüchern gesichert. Doch längst steht bei der Raumfahrt die Kostenfrage im Vordergrund. Die USA vertrauen darauf, dass Auftragsflüge private Anbieter beim Sparen helfen. Die Firmen hoffen auf eine neue Ära.

Von Anna Engelke, NDR-Hörfunkstudio Washington

Start der Falcon-9-Rakete am 22. Mai 2012
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Der Start der "Falcon-9"-Rakete am 22. Mai 2012 war ein historisches Datum für die NASA.

Bei diesem Raketenstart im Mai klingt bei der Mission Control in Houston alles so wie immer. Aber dennoch ist dieser 22. Mai 2012 für die amerikanische Raumfahrt ein historisches Datum. Denn an diesem Tag startet die erste Rakete, die ein privates US-Unternehmen entwickelt hat und nicht wie bisher die Regierungsbehörde NASA.

Mit der "Falcon-9"-Rakete der Firma SpaceX setzt die NASA zum ersten Mal auf die Privatindustrie, um Nachschub zur Internationalen Raumstation zu bringen, so der Sprecher der Mission Control. Für die NASA ein riesiger Schritt. "Es ist der Beginn einer neuen Beziehung zwischen der NASA und der Privatindustrie", meint John Logsdon - einer der führenden Raumfahrtexperten in den USA. "Anstatt dass die NASA wie früher alles kontrolliert, hat sie jetzt die Anforderungen formuliert, nach denen die Privatindustrie Transportsysteme entwickelt und die NASA kauft sich diese Leistung. Im Grunde funktioniert das wie ein Taxi-Service."

Private Anbieter sollen helfen zu sparen

Die "Dragon"-Kapsel an die ISS
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Die "Dragon"-Kapsel an die ISS

Präsident Barack Obama hatte diesen Schritt vor mehr als zwei Jahren angeordnet. Als er entschied, die veralteten und teuren Space Shuttle einzumotten und künftig bei Transporten zur Internationalen Raumstation auf private Anbieter zu setzen, um Geld zu sparen. In den USA entwickeln gleich mehrere private Firmen Raumtransporter. Mit Geld von der NASA. 1,6 Milliarden Dollar bekommt zum Beispiel SpaceX für zwölf Transportflüge zur ISS.

Der erste Versuch in diesem Mai war gleich ein Erfolg. "Es sieht aus als hätten wir den Drachen beim Schwanz gepackt", so einer der Bewohner der Raumstation nach dem erfolgreichen Andockmanöver der Transportkapsel "Dragon".

Ohne die vertaubte NASA geht es nicht: Private Raumfahrt
A. Engelke, NDR Washington
29.09.2012 03:09 Uhr

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"Beginn einer neuen Ära"

SpaceX-Gründer Elon Musk
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SpaceX-Gründer Elon Musk sieht den Beginn einer neuen Raumfahrt-Ära.

"Wir sind am Beginn einer neuen Ära und es wird sehr aufregend", freut sich Elon Musk, der Gründer von SpaceX. Der 41-Jährige ist mit dem Internetbezahlsystem Paypal Milliardär geworden und einer der treibenden Kräfte in der privaten Raumfahrtindustrie. Seine Mitarbeiter sind im Schnitt gerade mal 30 Jahre alt. Bei der NASA liegt das Durchschnittsalter bei 50.

Aber dennoch hätte es die Transportkapsel "Dragon" von SpaceX ohne die Hilfe der angestaubten Regierungsbehörde NASA nicht zur ISS und wieder zurück zur Erde geschafft, so Raumfahrtexperte John Logsdon. "Die NASA hat SpaceX bei der Software geholfen und in technischen Fragen, bei denen die NASA nach wie vor über mehr Expertise verfügt. Es war eine sehr gute Zusammenarbeit", sagt er.

Große Mission können nur staatliche Behörden stemmen

Der Transportflug der privaten Firma SpaceX war mit 54 Millionen Dollar deutlich günstiger als mit den Space Shuttles der NASA - aber nicht unbedingt günstiger als die Preise anderer staatlicher Raumfahrtbehörden wie der russischen zum Beispiel, schränkt Logsdon ein. Er warnt vor zu hohen Erwartungen: "Die Vorstellung, dass wir in den nächsten 25 Jahren eine überwiegend privatisierte Raumfahrtindustrie haben, ist falsch." Denn gerade die großen Missionen wie zu Asteoriden oder zum Mars lohnen sich für private Unternehmen nicht. Sie sind schlicht zu teuer. Das können - wenn überhaupt - nur staatliche Behörden wie die NASA stemmen.

Stand: 29.09.2012 03:05 Uhr

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