Schockbilder auf Zigarettenpackungen

Zahlen für 2016 Weniger Zigaretten, geringere Steuereinnahmen

Stand: 13.01.2017 12:11 Uhr

Vor 25 Jahren war Deutschland noch Raucherland. 146,5 Milliarden Zigaretten wurden 1991 versteuert - zur Freude des Fiskus. 2016 waren es dagegen nur noch 75 Milliarden - ein deutliches Minus auch gegenüber dem Vorjahr. Das spürt auch der Finanzminister.

Die Tabakindustrie hat im vergangenen Jahr deutlich weniger Zigaretten und Feinschnitt verkauft als 2015. Der Grund dafür ist aber umstritten.

Wie das Statistische Bundesamt mitteilte wurden 2016 75 Milliarden Zigaretten versteuert - 7,7 Prozent oder 6,3 Milliarden Stück weniger als im Vorjahr. Beim Feinschnitt betrug der Rückgang 1,1 Prozent. Insgesamt wurden Tabakwaren im Verkaufswert von 25,1 Milliarden Euro versteuert - 1,1 Milliarden Euro oder 4,2 Prozent weniger als 2015.

Alles nur eine Frage der Produktion?

Die mögliche These, dies hänge mit der Einführung von Schockwerbung und größeren Warnhinweisen auf den Verpackungen zusammen, wurde von der Industrie umgehend zurückgewiesen. Jan Mücke, Geschäftsführer des Deutschen Zigarettenverbandes, erklärte, 2015 hätten die Unternehmen einen Teil der Produktion vorgezogen und dafür Steuerzeichen bezogen, die erst 2016 verkauft worden seien.

Grund für die vorgezogene Produktion sei die Anhebung der Mindestpackungsgröße von 19 auf 20 Zigaretten am 1. Januar 2016 gewesen. Vorher hätten die Firmen noch mehr Packungen in der kleinen (und günstigeren) Größe hergestellt. Die Statistik sei nicht geeignet, Aussagen zur Wirksamkeit der Schockbilder zu treffen

Eine Wasserpfeife in einer Bar in Berlin | Bildquelle: dpa
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Shishas erfreuen sich immer größerer Beliebtheit.

Deutschland hatte die verschärfte EU-Tabakrichtlinie zum 20. Mai 2016 umgesetzt. Seither muss ein deutlich größerer Teil der Verpackung Bilder von den gesundheitlichen Folgen des Tabakkonsums und Warnhinweise zeigen.

Beim Pfeifentabak gehen die Zahlen nach oben

Allerdings wiesen nicht alle Tabakprodukte ein Minus auf. Einen massiven Anstieg gab es mit insgesamt 45,6 Prozent beim Pfeifentabak. Darin ist auch der Absatz von Tabak für Wasserpfeifen enthalten. Diese erfreuen sich wachsender Beliebtheit.

Bei Zigarren und Zigarillos gab es einen Zuwachs von 3,2 Prozent.

Über dieses Thema berichtete das ARD-Mittagsmagazin am 13. Januar 2017 um 13:37 Uhr.

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