Logo des Chipherstellers Qualcomm | Bildquelle: AP

Nach Trumps Veto Broadcom zieht Gebot für Qualcomm zurück

Stand: 14.03.2018 16:15 Uhr

Es wäre die teuerste Übernahme in der Tech-Branche gewesen. Nach dem Veto des US-Präsidenten hat Broadcom seine Offerte für Qualcomm jedoch zurückgezogen. Der Chipkonzern bringt sich nun anderweitig in Stellung.

Nach der Blockade durch US-Präsident Donald Trump hat der Chipkonzern Broadcom seinen milliardenschweren Übernahmeangriff auf den Rivalen Qualcomm offiziell beendet.

Sowohl das Angebot als auch die Nominierungen für den Verwaltungsrat von Qualcomm wurden zurückgezogen, wie Broadcom mit Sitz in Singapur mitteilte. Mit einem Volumen von mehr als 140 Milliarden Dollar wäre es die mit Abstand teuerste Übernahme in der Technologie-Branche gewesen.

Nationale Sicherheit in Gefahr

Trump hatte einen Kauf von Qualcomm durch Broadcom verboten, weil er die nationale Sicherheit gefährdet sah. Zum einen geht es der US-Regierung dabei darum, dass Qualcomm ein wichtiger Entwickler von Technologien für den nächsten superschnellen Datenfunk-Standard 5G ist. Im Westen gibt es Sorge, in dem Bereich in Abhängigkeit von China zu geraten. Zum anderen sollen Verbindungen von Broadcom-Tochterfirmen nach China den Ausschlag gegeben haben

"Auch wenn wir über dieses Ergebnis enttäuscht sind, werden wir uns an die Anordnung halten", teilte Broadcom mit. Der Konzern halte aber weiter an den Plänen fest, den Unternehmenssitz zurück in die USA zu verlegen. Experten zufolge kann dies künftige Zukäufe in den USA erleichtern. Wären nur noch US-Firmen beteiligt, könnte die nationale Sicherheit kein Grund mehr für die Behörden sein, einen Deal zu verhindern.

Die Skyline von Singapur. | Bildquelle: dpa
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Broadcom hatte erst am Montag angekündigt, seinen Firmensitz Anfang April von Singapur in die USA zu verlegen, um die Bedenken der US-Behörden zu entkräften. Doch auch das half nicht.

Chiphersteller für Smartphones

Qualcomm produziert Funkchips, die in sehr vielen Telefonen für die Verbindung sorgen, sowie auch die Haupt-Prozessoren diverser Smartphones mit dem Google-Betriebssystem Android. Außerdem arbeitet das Unternehmen auch im Auftrag von US-Behörden - was als Begründung für die Sorgen um nationale Sicherheit dienen kann.

Hätte Broadcom Qualcomm übernommen, wäre der neue Chipriese auf Platz 3 vorgerückt, hinter die Weltmarktführer Samsung und Intel. Er hätte eine führende Rolle bei Halbleitern für Smartphones, Autos und Industrieanwendungen eingenommen. Analysten erwarten, dass Broadcom jetzt Geld für kleinere Übernahmen in die Hand nimmt.

Trump verbietet Milliardenübernahme von Chipkonzern Qualcomm durch Broadcom
Marc Hoffmann, ARD Washington
14.03.2018 23:55 Uhr

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Über dieses Thema berichtete Inforadio am 13. März 2018 um 07:37.

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