Ausverkauf bei insolventer Baumarktkette Praktiker schließt 51 Märkte

Stand: 09.08.2013 16:08 Uhr

Praktiker (Bildquelle: REUTERS)
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In 51 Praktiker-Märkten beginnt nächste Woche der Ausverkauf.

Bei der insolventen Baumarktkette Praktiker beginnt in 51 Filialen der Ausverkauf. An den betroffenen Standorten werden die Waren zu Sonderpreisen verkauft, bis die Märkte spätestens Ende Oktober leer seien, teilte der vorläufige Insolvenzverwalter Christopher Seagon mit.

Die 51 Märkte schrieben seit langem hohe Verluste und belasteten darum die anderen Filialen, hieß es in der Mitteilung Seagons. Der Ausverkauf beginne voraussichtlich nächste Woche. Insgesamt besteht die Kette aus 168 Praktiker-Filialen sowie 14 "extra Bau- und Hobby"-Märkten. Daneben gehört die Tochter Max Bahr mit 132 Märkten zu dem Unternehmen. Auch Max Bahr hatte jüngst Insolvenz angemeldet.

In den verbleibenden Praktiker-Märkten gehe der Verkauf mit allen Beschäftigten unverändert weiter, so Seagon. Die Warenversorgung sei auf der Grundlage eines speziellen Insolvenzkredits sichergestellt. Eine ähnliche Kreditlösung wird auch für die Max-Bahr-Märkte angestrebt.

Ein leerer Markt ist leichter zu verkaufen

Den insgesamt 1500 Festangestellten und 1000 geringfügig Beschäftigten an den 51 Standorten werde zunächst nicht gekündigt, hieß es. Seagon stellte aber klar, dass die 51 Märkte "unter dem Dach von Praktiker oder Max Bahr keine Perspektive haben". Ein leer verkaufter Markt sei leichter zu veräußern als einer mit Waren - weil dann auch Interessenten aus anderen Branchen als Investor infrage kommen.

Unterdessen treibt Seagon den Verkauf von Praktiker voran. Verschiedene Investoren hätten Interesse an einer Übernahme der Gruppe im Ganzen oder in Teilen bekundet. Mit konkreten Angeboten rechnet Seagon Anfang September.

Die Gewerkschaft Verdi kritisierte die Schließung der 51 Märkte scharf. Es sei verheerend, dass die Beschäftigten jetzt die Managementfehler der Vergangenheit ausbaden müssten, sagte Vorstandsmitglied Stefanie Nutzenberger. Das Unternehmen müsse prüfen, ob es für die betroffenen Mitarbeiter andere Arbeitsplätze innerhalb des Unternehmens gebe. Alternativ forderte Verdi, für mindestens sechs Monate eine Transfergesellschaft einzurichten.

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