Praktiker (Bildquelle: dpa)

Wegen Zahlungsunfähigkeit und Überschuldung Praktiker stellt Insolvenzantrag

Stand: 11.07.2013 17:31 Uhr

Die Baumarktkette Praktiker hat wegen Überschuldung und Zahlungsunfähigkeit beim Amtsgericht Hamburg einen Insolvenzantrag eingereicht. Dieser erstrecke sich über acht Tochterfirmen in Deutschland. Der Insolvenzantrag für die Praktiker AG werde in Kürze nachgereicht, teilte die Holding mit. Als vorläufigen Insolvenzverwalter ernannte das Gericht Christopher Seagon von der Heidelberger Kanzlei Wellensiek.

Für die Kette Max Bahr, die ebenfalls zum Praktiker-Konzern gehört, gilt der Insolvenzantrag nicht, ebenso wenig für die ausländischen Praktiker-Gesellschaften. Der Geschäftsbetrieb der Filialen von Praktiker und Extra Bau+Hobby soll den Unternehmensangaben zufolge fortgeführt werden. Ziel des Insolvenzverfahrens sei es nun, ein neues Sanierungskonzept zu erstellen.

Baumarktkette Praktiker beantragt Insolvenz
tagesthemen 22:15, 11.07.2013, Tilmann Bünz, NDR

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Sanierungsgespräche ohne Erfolg

Das bisherige Sanierungsverfahren war zuvor gescheitert: Die Verhandlungen darüber seien erfolglos verlaufen, hatte das Unternehmen am Mittwoch erklärt.

Praktiker schreibt seit Jahren rote Zahlen. Der Baumarktkonzern war unter anderem durch eine fehlgeschlagene Rabattstrategie in die Krise geraten. Eigentlich wollte Vorstandschef Armin Burger das Geschäft in diesem Jahr auf ein solides Fundament stellen. Praktiker musste jedoch im ersten Quartal einen Umsatzrückgang hinnehmen, die Verluste wuchsen an. Ursache für die schwachen Zahlen in diesem Jahr waren vor allem der lange Winter und der dadurch verzögerte Start in die Frühjahrssaison. Zuletzt scheiterte außerdem der Verkauf der luxemburgischen Praktiker-Tochtergesellschaft Bâtiself, deren Erlös fest eingeplant gewesen war.

Das Unternehmen hatte zuletzt mit 20.000 Mitarbeitern drei Milliarden Euro umgesetzt.

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