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[Bildunterschrift: Zusteller der Deutschen Post: Welche Rolle spielt der Mindestlohn im Streit um die Anzeigen? ]
Die Deutsche Post hat ihre Anzeigen in allen Blättern des Axel-Springer-Verlags storniert. Einen entsprechenden Bericht des Magazins "Der Spiegel" bestätigte ein Sprecher des Konzerns. Betroffen sind nach seinen Worten Aufträge im Wert von rund 800.000 Euro. Laut "Spiegel" handelt es sich um Anzeigen der Postbank, aber auch von Post-Töchtern wie der DHL.
Ob die Rücknahme dauerhaft sein wird, ist nach Angaben der Post noch nicht geklärt. "Wie wir weitermachen, wird in den kommenden Wochen entschieden", sagte der Sprecher. Die Stimmung im Haus sei aber nicht so, dass eine Rücknahme zu erwarten sei. Das könnte bedeuten, dass die Post auch im kommenden Jahr keine Anzeigen in Springer-Blättern schaltet.
[Bildunterschrift: Briefkasten des Postdienstleisters Pin: Mindestlohn-Pläne empören die Post-Konkurrenz ]
Der Spiegel zitiert in seinem Beitrag einen Postsprecher, wonach es sich bei der Rücknahme um eine "normale Überprüfung" der Werbekampagnen am Jahresende handelt. "Eine irgendwie geartete Strafaktion" sei dies nicht.
Wahrscheinlich ist aber, dass der Streit um das Thema Mindestlohn eine nicht unwesentliche Rolle bei der Entscheidung gespielt hat. Springer ist über ein Tochterunternehmen maßgeblich am privaten Briefzusteller Pin Group beteiligt. In der Branche wird seit Monaten über einen Mindestlohn gestritten. Die Post hat sich mit der Dienstleistungsgewerkschaft ver.di bereits auf einen einheitlichen Stundensatz für Zusteller geeinigt, die privaten Dienstleister lehnen diese Übernahme ab - auch mit Hinweis auf das so genannte Mehrwertsteuerprivileg der Post. Das ehemalige Staatsunternehmen ist zu einer flächendeckenden Versorgung verpflichtet und deshalb von der Umsatzsteuer befreit, die Konkurrenten nicht.
Im Streit um den Branchen-Mindestlohn hatten kürzlich mehrere Verlagshäuser einen Anzeigenkampagne gestartet, in denen unter anderem Bundeskanzlerin Angela Merkel, Arbeitsminister Franz Müntefering und Post-Chef Klaus Zumwinkel scharf angegriffen wurden. Ihnen wurde in den Anzeigen vorgeworfen, durch einen Mindestlohn für Briefträger zehntausende Arbeitsplätze bei Post-Konkurrenten zu vernichten. Auch im redaktionellen Teil des auflagenstärksten Springer-Blattes "Bild" werden seit Wochen verstärkt Beiträge veröffentlicht, die gegen den Mindestlohn bei der Post gerichtet sind.
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