Post-Mitarbeiterin | Bildquelle: dpa

Streit um Arbeitsverträge Post will Entfristungsregeln beibehalten

Stand: 17.05.2018 07:08 Uhr

Die Deutsche Post war zuletzt wegen ihrer Vergabe von unbefristeten Arbeitsverträgen heftig in die Kritik geraten: Wer zu oft krank ist, hat kaum Chancen. Doch ein Umdenken erwägt das Unternehmen nicht.

Trotz vehementer Kritik will die Deutsche Post an ihrer Praxis bei der Entfristung von Arbeitsverträgen festhalten. Gegenüber der "Süddeutschen Zeitung" betonte der Personalvorstand des Unternehmens, Thomas Ogilvie, die Kriterien "haben sich bewährt" und seien "arbeitsrechtlich nicht zu beanstanden".

Nicht mehr als 20 Krankheitstage

Die Post entfristet Arbeitsverträge unter den Voraussetzungen, dass der Angestellte innerhalb der von zwei Jahren auf nicht mehr als 20 Krankheitstage kommt und maximal zwei selbstverschuldete Unfälle mit einem Fahrzeug der Post verursacht hat. "Unsere Mitarbeiter, die auch bei Wind und Wetter raus müssen, brauchen ein gewisse körperliche Fitness", verteidigte Ogilvie die Bedingungen.

Diese Einschränkungen bei der Vergaben unbefristeter Verträge war auf massive Kritik gestoßen - unter anderem bei Bundesfinanzminister Olaf Scholz. Er hatte in der ARD angekündigt, sich für arbeitnehmerfreundlichere Bedingungen einsetzen zu wollen. Er werde nicht hinnehmen, dass bei der Post als einem Unternehmen mit indirekter Bundesbeteiligung Arbeitnehmer, wenn sie zu oft krank seien oder zu langsam arbeiteten, Probleme bei einer unbefristeten Beschäftigung bekämen. Scholz hatte Gespräche zwischen dem Aufsichtsrat der Post und deren Unternehmensführung angekündigt.

Post: "Abweichungen sind möglich"

Personalvorstand Ogilvie wies darauf hin, dass es sich bei den Kriterien lediglich um Anhaltspunkte halte, die auch Ausnahmen zuließen: "Wenn es eine Grippewelle gab oder jemand einen Sportunfall mit langer Ausfallzeit hatte, kann von den Eckpunkten durchaus abgewichen werden."

Post will an umstrittener Praxis bei Arbeitsverträgen festhalten
Cecilia Reible, ARD Berlin
17.05.2018 07:28 Uhr

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Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 17. Mai 2018 um 07:00 Uhr in den Nachrichten.

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