Fitch senkt Bonitätsnote Portugal verliert weiter an Kreditwürdigkeit

Stand: 24.11.2011 12:51 Uhr

Logo der Ratingagentur Fitch an einem Gebäude
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Fitch stufte die Bonität Portugals herab.

Die Kreditwürdigkeit des hoch verschuldeten Euro-Staates Portugal ist erneut herabgestuft worden. Die Ratingagentur Fitch senkte die Bewertung des Landes um eine Stufe von BBB- auf BB+. Damit gelten die Staatsanleihen Portugals nicht mehr als Investment, sondern als spekulative Anlage. Dies wird häufig auch als Ramschniveau bezeichnet. Auch der Ausblick auf die weitere Entwicklung ist Fitch zufolge negativ.

Rezession erwartet

Die Ratingagentur begründete ihre neue Bonitätsnote mit den Ungleichgewichten im Haushalt, der hohen Verschuldung über alle Sektoren hinweg sowie mit den schlechten konjunkturellen Aussichten des Landes. Fitch geht davon aus, dass die portugiesische Wirtschaftsleistung im kommenden Jahr um drei Prozent schrumpft. Dies entspricht auch der aktuellen Einschätzung der Regierung in Lissabon. Angestoßene Reformen dürften sich nach Auffassung der Ratingagentur nur langfristig auswirken. Die angestrebte Konsolidierung der Staatsfinanzen werde durch die Wachstumsrisiken erschwert.

Die Rezession im Land ist auch eine Folge des Sparkurses, der zur Haushaltssanierung beitragen soll. Als Gegenleistung für das 78 Milliarden Euro schwere Hilfspaket der EU und des Internationalen Währungsfonds (IWF) muss Portugal in diesem Jahr das Haushaltsdefizit von 9,8 Prozent (2010) auf 5,9 Prozent senken. Am Morgen hatte ein Streik begonnen, mit dem viele Portugiesen gegen den Sparkurs der Regierung protestieren.

Fitch folgt Moody's

Weil Portugal seinen Finanzbedarf derzeit mit Unterstützung des Euro-Rettungsschirms EFSF deckt, hat die Herabstufung keine unmittelbaren Auswirkungen auf die Finanzlage des Landes und die Zinsen für neu geliehenes Geld. Die Ratingagentur Moody's hatte die Bonität Portugals bereits im Juli auf Ramschniveau herabgestuft. Von den drei wichtigesten Ratingagenturen hat damit lediglich Standard & Poor's (S&P) diesen Schritt noch nicht vollzogen.

Der Druck auf Portugals Regierung steigt
T. Harms, ARD zzt. Lissabon
24.11.2011 17:57 Uhr

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