Steve Mnuchin | Bildquelle: AFP

Porträt Steve Mnuchin Investmentbanker, Produzent - Finanzminister

Stand: 01.12.2016 04:55 Uhr

Der Banker und Hollywood-Produzent Steven Mnuchin wird neuer US-Finanzminister. Schon im Wahlkampf hat er für Trump die Finanzen betreut: Der Ex-Investmentbanker trieb Spenden in Millionenhöhe für den Republikaner ein.

Von Sabrina Fritz, ARD-Studio Washington

Der Mann versteht auf jeden Fall was von Geld. Steve Mnuchin hat seines bei der Investmentfirma Goldman Sachs gemacht, sein Vermögen wird auf 40 Millionen Dollar geschätzt. Auf die Frage, ob ihm denn die mangelnde Regierungserfahrung nicht schadet, sagt Mnuchin: "Mein Fokus war Kredite zu vergeben und ich weiß, wie man Geld an Firmen verleiht, und wir werden Auflagen lockern."

Größte Steuersenkung seit Reagan

Journalisten hatten ihn im Trump Tower in New York abgefangen und Fragen zu seiner künftigen Finanzpolitik gestellt. Von Sparen war dabei jedenfalls nicht die Rede. Er will massive Steuersenkungen für Unternehmen und Privatpersonen: "Unsere erste Priorität sind Steuererleichterungen für Unternehmen und Privatpersonen, damit die amerikanischen Unternehmen die wettbewerbsfähigsten der Welt werden."

Er versprach das größte Steuersenkungsprogramm seit Ronald Reagan, außerdem will er Milliarden für die Infrastruktur ausgeben. Als Finanzminister ist er auch für den Haushalt zuständig. Wie er allerdings all die Steuerausfälle und Megaausgaben finanzieren will, dazu gab es noch keine Antwort.

Wall Street und Hollywood

Der 53-Jährige ist in New York geboren, sein Vater arbeitete ebenfalls für Goldman Sachs. Nachdem Steven Mnuchin die Wall Street verlassen hat, finanzierte er Hollywoodfilme, darunter den Kassenschlager Avatar.

Im Wahlkampf war er dafür verantwortlich, Spendengelder für Donald Trump einzutreiben. Mnuchin ist mit der Schauspielerin Louise Linton verlobt, das Paar lebt noch  in Kalifornien.

Wilbur Ross | Bildquelle: AFP
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Wilbur Ross wird künftiger Wirtschafts- und Handelsminister.

Steven Mnuchin | Bildquelle: dpa
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Steven Mnuchin wird künftiger Finanzminister.

Nein zu Freihandelsabkommen

Auch das zweite wichtige Wirtschaftsressort ist künftig in der Hand eines Investmentbankers. Wilbur Ross soll Wirtschaft- und Handelsminister werden. Vor zwei Tagen wurde er 79 Jahre alt. Ross hat Milliarden mit Firmenkäufen und -verkäufen gemacht.

Er ist außerdem ein erklärter Gegner von Freihandelsabkommen und hat sich dafür ausgesprochen, das Freihandelsabkommen mit Mexiko und Kanada neu zu verhandeln: "Wir haben fast eine halbe Billion Handelsdefizit, wenn wir das nur halbieren, gibt es mehr Umsatz für Unternehmen und mehr Jobs."

Auch er setzt darauf, die Wirtschaft zu stimulieren und später wenn möglich die Früchte davon zu ernten. "Der Trump-Plan sieht vor, die Wirtschaft anzukurbeln und dann mehr Steuereinnahmen zu bekommen", sagte Ross. Mit Zahlen sind diese Pläne allerdings bislang nicht belegt.

Trumps Finanz- und Wirtschaftsminister
S. Fritz, ARD Washington
01.12.2016 01:18 Uhr

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Über dieses Thema berichtete das nachtmagazin am 01. Dezember 2016 um 00:00 Uhr.

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