Tesla-Chef Elon Musk bei der Präsentation des Model 3  | Bildquelle: dpa

Elon Musk Daniel Düsentrieb im Silicon Valley

Stand: 09.08.2018 07:27 Uhr

Der Tech-Unternehmer und Milliardär Elon Musk leitet mehrere Firmen, macht nie Urlaub und begeistert Menschen für seine Ideen. Doch zuletzt scheint der Visionär Züge eines verrückten Professors anzunehmen.

Von Marcus Schuler und Nicole Markwald, ARD-Studio Los Angeles

Wenn Elon Musk etwas aus dem FF beherrscht, dann Menschen für sich zu begeistern. Zum Beispiel durch Aussagen wie in diesem Interview mit dem holländischen Fernsehen: "Ich würde gern auf dem Mars eine Kolonie gründen. Ich will helfen, dass die Menschheit andere Planeten besiedelt. Wenn auf der Erde etwas schief geht, dann geht unser Wissen nicht verloren."

Elon Musk ist der Daniel Düsentrieb des Silicon Valley. Die Amerikaner, so scheint es, bringen ihm grenzenloses Vertrauen entgegen. Er arbeite hart - 85 Stunden pro Woche, schreibt sein Biograph Ashlee Vance. Häufig übernachte er in der Firma.

In den vergangenen 12 Jahren habe er nur zwei Mal je eine Woche Urlaub gemacht, erzählt Musk. In der einen Woche seien die Weltraumraketen von Richard Branson und der Firma Orbital explodiert. In der anderen Woche seine eigene Rakete. Deshalb verzichte er lieber auf Urlaub.

Mit 31 Multimillionär

Mit 17 Jahren zog der im südafrikanischen Pretoria geborene Musk nach Kanada. Er studierte Physik und Wirtschaft. Computer sind seine Leidenschaft. Ein Doktoranden-Programm brach er ab und ging ins Silicon Valley.

Dort gründet er unter anderem ein Online-Banking-Unternehmen, das im Bezahldienst PayPal aufgeht. 2002 wird der von Ebay geschluckt: Für 1,5 Milliarden Dollar. Musk war gerade einmal 31 Jahre alt. "Mein Anteil am PayPal-Verkauf betrug 180 Millionen Dollar. Ich dachte mir, ich investiere die Hälfte davon in neue Firmen, von der anderen ließe sich gut leben", sagt er. "Aber natürlich kam es ganz anders."

SpaceX, Tesla, Boring Company

Musk steckt sein gesamtes Vermögen in zwei Unternehmungen: Mit SpaceX baut er Weltraumraketen im Auftrag der NASA. Und mit Tesla erfindet er das Elektroauto neu.

Er gründet die Tunnelbohrgesellschaft Boring Company, stößt das Transportsystem Hyperloop an und ist auf dem Feld der Künstlichen Intelligenz tätig. Sein Vermögen heute: 19,1 Milliarden Euro. Der fünffache Vater gehört zu den 100 reichsten Menschen der Welt.

Typ "verrückter Professor" 

Wenn man Elon Musk persönlich begegnet, strahlt er überraschend wenig Charisma aus. Bei Auftritten oder Interviews fällt auf, wie schnell er den Faden verliert und Sätze nicht zu Ende bringt - ganz der Typ "verrückter Professor".

Zuletzt zeigte er sich dünnhäutig und impulsiv: Nach der Vorlage der Tesla-Quartalszahlen beleidigte er Analysten und verweigerte Antworten auf deren Fragen.

Ein Rettungsschwimmer, der Musk im Zusammenhang mit dem Höhlen-Drama in Thailand kritisierte, wurde von ihm als "Pädophiler" verunglimpft. Der Daniel Düsentrieb des Silicon Valley gilt schon eine Weile nicht mehr als unantastbar.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 11. Juli 2015 um 13:25 Uhr.

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