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Prozess um Übernahmeschlacht mit VW Freispruch für Ex-Porsche-Chef Wiedeking

Stand: 18.03.2016 10:29 Uhr

Es war eine Übernahmeschlacht, wie sie die deutsche Industrie nur selten erlebt hat: 2008 versuchte Porsche, VW zu übernehmen - und scheiterte. Ging damals alles mit rechten Dingen zu? Ja, befand nun das Stuttgarter Landgericht und sprach Ex-Porsche-Chef Wiedeking vom Vorwurf der Marktmanipulation frei.

Im Prozess um die Übernahmeschlacht mit VW sind Ex-Porsche-Chef Wendelin Wiedeking und sein früherer Finanzvorstand Holger Härter vom Vorwurf der Marktmanipulation freigesprochen worden. Dies entschied das Stuttgarter Landgericht.

Während des Versuchs von Porsche, im Jahr 2008 den viel größeren VW-Konzern zu schlucken, war der VW-Börsenkurs heftigen Schwankungen ausgesetzt gewesen. Anleger verloren Milliarden. Die Staatsanwaltschaft hatte Wiedeking und Härter vorgeworfen, ihre Pläne verschleiert oder über diese nur mangelhaft informiert zu haben. Beide Manager hatten das stets bestritten - dieser Ansicht folgte das Gericht nun in seinem Urteil.

"An den Vorwürfen der Stuttgarter Staatsanwaltschaft ist nichts dran, nichts - weder vorne, noch hinten, noch in der Mitte", urteilte der Vorsitzende Richter Frank Maurer.

Holger Härter und Wieland Wiedeking | Bildquelle: dpa
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Erfolg auf ganzer Linie: Ex-Porsche Vorstände Härter (l.) und Wiedeking

Klein gegen Groß

Wiedeking und Härter hatten Übernahmepläne lange bestritten. Erst Ende Oktober 2008 wurde die Absicht offiziell bestätigt. Daraufhin stieg der Wert einer VW-Aktie binnen zwei Tagen etwa um das Fünffache. Investoren, die auf fallende Kurse gesetzt hatten, verloren riesige Summen.

Laut Staatsanwaltschaft manipulierten Wiedeking und Härter damals den Kapitalmarkt und wollten den VW-Kurs zu ihren Gunsten steuern. Dieser Auffassung folgte das Gericht in Stuttgart jedoch nicht. Die Porsche-Dachgesellschaft Porsche PSE muss zudem kein Bußgeld zahlen.

Im Verlauf des fünfmonatigen Verfahrens mit 22 Prozesstagen wurden zahlreiche Banker und Rechtsberater als Zeugen sowie ein Gutachter vorgeladen. Keiner von ihnen konnte die Vorwürfe der Ankläger wesentlich stützen. Dies hatte selbst Staatsanwalt Heiko Wagenpfeil eingeräumt. Nach seiner Auffassung war die Indizienlage aber so erdrückend, dass Wiedeking und Härter dennoch schuldig seien. Die Verteidigung warf Wagenpfeil "Hirngespinste" vor.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 18. März 2016 um 10:40 Uhr.

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