Porsche 911 Typ 996 | Bildquelle: picture-alliance / dpa

Eine Million Mal Porsche 911 Mythos, Designklassiker, Dauerbrenner

Stand: 11.05.2017 11:18 Uhr

Schwedens König Carl Gustav, Udo Lindenberg oder Herbert von Karajan: Sie alle fuhren ihn, den 911er von Porsche. Er ist der einzige Wagentyp, den der Autobauer seit 1963 ununterbrochen vom Band rollen lässt - jetzt zum millionsten Mal.

Von Kristin Becker, SWR

Er ist grün, der Porsche 911, der als millionster seiner Art in Stuttgart vom Band rollt. Irischgrün - wie der erste Dienstwagen dieses Typs, den Unternehmenslenker Ferry Porsche einst fuhr. Der Sohn des Gründers Ferdinand Porsche mochte - so heißt es von Firmenseite - diese Farbe zeitlebens besonders gern. Und deshalb muss es zur Feier der großen runden Zahl eben grün sein.

Der einmillionste Porsche 911 rollt vom Band
tagesthemen 22:15 Uhr, 11.05.2017, Kristin Becker, SWR

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Der 911er ist seit mehr als 50 Jahren das Aushängeschild von Porsche. 1963 wird er auf der Internationalen Autoausstellung in Frankfurt vorgestellt. Zunächst als Porsche 901, benannt nach der werksinternen Projektnummerierung. Doch weil sich Peugeot dreistellige Zahlen mit einer Null in der Mitte als Typenbezeichnung gesichert hat, muss ein neuer Name her. Die Schwaben behalten Neun und Eins, tauschen die Null aus und der 911er ist auf der Welt.

Die einprägsame Silhouette ist das Werk von Ferdinand Alexander Porsche, dem ältesten Sohn von Ferry Porsche. Der entwirft den Elfer mit gerade einmal Mitte 20. Der Autodesigner ist Autodidakt, sein Studium der Gestaltung hatte er nach zwei Semestern abgebrochen.

Ferdinand Alexander Porsche | Bildquelle: picture alliance / dpa
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Ferdinand Alexander Porsche - der Enkel des Unternehmensgründers Ferdinand Porsche - hat den 911er entworfen.

König oder Dirigent - sie alle hatten einen

Von Stuttgart aus tritt der Sportwagen seinen Siegeszug um die Welt an - zumindest in den Kreisen, die sich ein solches Auto leisten können. Mehr als 20.000 DM kostet ein Porsche 911 in den Sechzigern. Zum Vergleich: Mittelklassewagen sind damals für 3000 bis 6000 DM zu haben.

Der schwedische König Carl Gustav erobert 1973 in einem 911er-Cabrio seine spätere Königin, Udo Lindenberg kauft sich im selben Jahr von seiner ersten großen Gage einen, Herbert von Karajan besitzt gleich mehrere. Für ein Schallplattencover der Berliner Philharmoniker lässt sich der Stardirigent 1975 in einem Modell ablichten, das speziell für ihn angefertigt wurde. Auch Andreas Baader genießt den Temporausch der Siebziger, und zwar ohne Führerschein. Klassenkampf hin oder her, der RAF-Terrorist liebt die PS-starken Statussymbole der Bourgeoisie - Autos von Mercedes und BMW, besonders aber den ikonischen Sportwagen von Porsche.

Testosteron und 911, das scheint irgendwie zusammenzugehören. Für den Schauspieler Fritz Wepper ist der Wagen "die schärfste Form" unter den "technischen Bräuten", wie er 1973 bekundet. Und auch Ferdinand Alexander Porsche soll gesagt haben: "Einen typischen Porsche kann man anfassen. Er hat einen Körper. Er ist eine sie."

Kurven statt Kanten

Der 911er gilt als Männerspielzeug und Jungstraum - ein Image, das die Firma pflegt und fördert. Ein Sondermodell bewirbt Porsche 1972 mit dem Slogan "Nur 500 Männer werden ihn fahren". 1974 zeigt ein Werbeplakat einen Jungen, der mit einem 911er-Modellauto spielt. Die Überschrift dazu: "Wenn ich mal groß bin…". Zwei Mädchen dürfen im Hintergrund zuschauen.

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Porsche 911 - vom Urmodell bis heute

Porsche 911

Er ist grün. Der Porsche 911, der als millionster seiner Art in Stuttgart vom Band gerollt ist. Der 911er ist das Aushängeschild von Porsche - seit mehr als fünfzig Jahren. Hier eine Auswahl des Porsche 911 - vom Urmodell bis heute.

Heute, betont das Unternehmen, säßen auch viele Frauen am Steuer. Genaue Zahlen gibt es aber nicht. Was man jedoch weiß: Noch immer sind mehr als 70 Prozent der jemals produzierten Elfer auf der Straße unterwegs. Der Wagen ist Designklassiker und automobiler Mythos.

Des einen Liebe, des anderen Hass

Dennoch mag ihn nicht jeder. Legendär ist die Abneigung von Jeremy Clarkson, der viele Jahre die BBC-Autosendung "Top Gear" moderierte. Provokant stichelte Clarkson etwa in einem Zeitungsartikel, der 911er sei "nichts anderes als ein platt gedrückter VW Käfer" und "im Endeffekt von Hitler gemacht" - in Anspielung darauf, dass Firmengründer Ferdinand Porsche den Käfer konstruiert und im Dritten Reich eng mit den Nationalsozialisten zusammengearbeitet hatte.

In einer seiner Sendungen malträtierte Clarkson einen roten Porsche 911 so lange, bis er schließlich in Flammen aufging. Zuvor hatte das Auto einiges überlebt: Clarkson hatte ein Klavier drauf fallen lassen, es gegen eine Gebäude gefahren und mit Säure überschüttet. Und es lief trotzdem noch, wie der Moderator immer wieder fast schon verzweifelt feststellte.

Seit 1963 ununterbrochen im Programm

Obwohl Porsche inzwischen vor allem mit dicken SUVs Geld verdient, ist der 911er schlank geblieben und als einziger Wagentyp seit 1963 ununterbrochen im Programm des schwäbischen Autoherstellers. Sieben Wandlungen hat er durchlebt, immer wieder wurde am Design, vor allem aber an der Technik gefeilt. Einschneidend für Porschefans war 1997 der Wechsel vom luft- zum wassergekühlten Motor. Und auch einen 911er mit Hybridantrieb gab es schon - allerdings nur auf der Rennstrecke.

Abgesehen davon ist der berühmte Elfer für Umweltschützer ein Spritfresser: mehr als neun Liter verbraucht er auf 100 Kilometern. Das war schon damals so und hat sich nicht geändert. Trotzdem haben die 911er egal welchen Alters ein Problem nicht - dass ihnen wegen des Abgasstreits um Dieselautos demnächst in ihrer Heimatstadt Stuttgart die Einfahrt verwehrt werden könnte, so wie es manch anderem Porsche droht: 911er sind nämlich von Haus aus Benziner.

Über dieses Thema berichteten die tagesthemen am 11. Mai 2017 um 22:15 Uhr.

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