Eine Plastiktüte treibt im Meer | Bildquelle: dpa

Meeresschutz in Davos 40 Konzerne für weniger Plastik

Stand: 17.01.2017 04:34 Uhr

Kurz vor Beginn des Weltwirtschaftsforums haben Dutzende Großkonzerne Tatsachen geschaffen. Vor einem Jahr warnte die Ellen-MacArthur-Stiftung in Davos vor der Meeresverschmutzung durch Plastik. Nun unterzeichneten Dutzende Firmen eine Verpflichtung.

Vor einem Jahr hatte die Ellen-MacArthur-Stiftung beim Weltwirtschaftsforum in Davos davor gewarnt, dass es im Jahr 2050 mehr Plastik als Fisch in den Weltmeeren geben könnte. Pro Jahr würden mindestens acht Millionen Tonnen Plastik in den Ozeanen landen, was einem vollen Müllwagen pro Minute entspreche - heißt es in einer Studie, die die Stiftungsvertreter 2016 beim Kongress in der Schweiz vorlegten.

Nun, ein Jahr darauf, ist die Verschmutzung der Weltmeere wieder ein Thema in Davos. Im Vorfeld des Weltwirtschaftsforums schlossen sich 40 der größten Konzerne der Welt einer Initiative der britischen Seglerin Ellen MacArthur und ihrer Stiftung an, die eine neue, recycelbare "Plastikwirtschaft" fordert. Die Unternehmen wie Procter and Gable, Unilever, Coca-Cola, Danone und Dow Chemical verpflichteten sich, weniger und umweltfreundlicheres Plastik zu verwenden.

Die Unterzeichner stellen klar, dass 20 Prozent der weltweiten Plastikproduktion mit Gewinn wiederverwertet und weitere 50 Prozent recycled werden könnten, statt auf Müllkippen zu landen und die Ozeane zuzumüllen. Der Nahrungs- und Putzmittelkonzern Unilever verpflichtete sich beispielsweise, bis zum Jahr 2025 nur noch voll wiederverwertbare, recyclingfähige oder kompostierbare Plastikverpackungen einzusetzen.

Globalisierung und Freihandel

Das Weltwirtschaftsforum (WEF) in Davos beginnt heute offiziell unter dem Motto "Responsive and responsible leadership" (anpassungsfähige und verantwortungsvolle Führung). Die Eröffnungsrede hält der chinesische Präsident Xi Jinping - es ist das erste Mal, dass ein chinesisches Staatsoberhaupt das Treffen besucht. Die Zukunft des Freihandels und Unsicherheiten durch Globalisierung dürften als Themen im Mittelpunkt stehen.

Unter den rund 2500 Teilnehmern der Konferenz, die bis Freitag dauert, sind neben ranghohen Politikern auch Unternehmenschefs, Vertreter von Nichtregierungsorganisationen sowie mehrere Hollywoodstars.

Aus der Bundesregierung haben sich Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble und Bundesgesundheitsminister Herrmann Gröhe (beide CDU) angekündigt. Für die scheidende US-Regierung kommen Vizepräsident Joe Biden und Außenminister John Kerry.

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Verschmutzung der Meere durch Plastik

Plastikmüll verschmutzt die Umwelt

Die Verschmutzung der Meere mit Plastikmüll - hier eine Aufnahme im Meer vor Haiwaii - hat ungeheure Ausmaße angenommen. In den Meeren überall auf der Welt schwimmen riesige Teppiche aus Plastikmüll.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 17. Januar 2017 um 05:13 Uhr

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