Neuwagen vor der Auslieferung | Bildquelle: dapd

Pkw-Neuzulassungen Höchststand seit der Abwrackprämie

Stand: 04.01.2017 15:35 Uhr

In Deutschland sind 2016 so viele Autos verkauft worden wie seit der Einführung der Abwrackprämie nicht mehr. Trotz sinkender Absatzzahlen bleibt VW Marktführer. Fahrzeuge mit alternativen Antrieben wurden trotz Kaufprämie nur wenige verkauft.

Im vergangenen Jahr ist die Zahl der Pkw-Neuzulassungen um 4,5 Prozent auf knapp 3,4 Millionen Fahrzeuge gestiegen, wie das Kraftfahrtbundesamt (KBA) mitteilte. Damit sind 2016 in Deutschland so viele Autos verkauft worden wie seit der Einführung der Abwrackprämie im Jahr 2009 nicht mehr, die den Automarkt damals um 23 Prozent wachsen ließ.

VW bleibt Marktführer

"2016 war ein starkes Autojahr", bilanzierte Matthias Wissmann, Präsident des Verbandes der Automobilindustrie. Die Neuzulassungen seien im vergangenen Jahr das dritte Mal in Folge gestiegen. Gründe seien unter anderem niedrige Benzinpreise und Zinsen. Deutsche Autobauer verkauften demnach 2,4 Millionen Fahrzeuge und damit drei Prozent mehr als 2015. Ausländische Hersteller steigerten ihren Verkauf um acht Prozent auf knapp 975.000 Autos.

Marktführer blieb im vergangenen Jahr VW, wie das Kraftfahrtbundesamt mitteilte. Allerdings gingen die Neuzulassungen der Marke infolge des Abgasskandals um 4,3 Prozent zurück. Allein im Dezember brachen die Zulassungen der Marke mit dem VW-Logo laut KBA um 16 Prozent ein.Der Wolfsburger Konzern kam demnach auf einen Marktanteil von 19,6 Prozent. Dagegen konnten die Volkswagen-Töchter Audi und Porsche ihre Verkaufszahlen steigern.

Weniger Diesel-, mehr Benzinfahrzeuge

Der Anteil der Dieselfahrzeuge schrumpfte binnen Jahresfrist um gut zwei Prozentpunkte auf 45,9 Prozent, während Autos mit Benzinmotor stärker gefragt waren (Anteil: 52,1 Prozent). Für 2017 sehen Experten sinkende Absatzzahlen auf dem Automarkt voraus, weil die Preise an den Tankstellen wieder klettern und die Zeit niedriger Zinsen zu Ende gehen dürfte.

Fahrzeuge mit alternativen Antrieben kamen in der Zulassungsstatistik lediglich auf zwei Prozent. Darunter waren nur 11.410 reine Elektroautos, was einem Anteil von nur 0,3 Prozent an den Neuzulassungen entsprach - trotz einer Kaufprämie, die seit Juli 2016 beantragt werden kann. Insgesamt stehen für diesen sogenannten Umweltbonus 1,2 Milliarden Euro zur Verfügung. Die Mittel sollen für bis zu 400.000 Fahrzeuge reichen und das Programm bis 2020 laufen. Bleibt das Interesse allerdings auf dem bisherigen Niveau, würde es wohl für etwa 20 Jahre reichen.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 04. Januar 2017 u.a. um 15:30 Uhr in der Wirtschaft.

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