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Die umstrittene Internet-Tauschbörse "The Pirate Bay" soll neue Besitzer bekommen und soll als legales Angebot weitermachen. Das schwedische Software-Unternehmen Global Gaming Factory (GGF) bestätigte die Übernahme für einen Preis von 60 Millionen Kronen (5,5 Mio Euro). Zugleich gab GGF den Kauf der Softwareschmiede Peeralism bekannt, die eine neue Übertragungstechnik für derartige Tauschbörsen entwickelt habe.
Das Inkrafttreten des Kaufvertrages wird nach Angaben von GGF von der Klärung offener Finanzierungsfragen sowie der Frage abhängig gemacht, ob die "erworbenen Aktivitäten legal und entsprechend eigener Absichten angewandt werden können".
GGF-Geschäftsführer Hans Pandeya sagte der Internet-Ausgabe der Zeitung "Svenska Dagbladet", die bisherigen Betreiber von Pirate Bay seien "reine Idealisten, die ausschließlich das Wohl der Internetnutzer beim Filesharing im Auge gehabt haben". GGF will Pirate Bay nun so betreiben, dass "auch Entgeltzahlungen an die Lieferanten von Inhalten und Besitzer von Urheberrechten möglich sind".
Der Vorgang erinnert an die Musiktauschbörse Napster. Sie agierte Ende der 90er-Jahre ebenfalls weitgehend auf nichtkommerrzieller Basis und wurde mit zahlreichen Klagen überzogen, als der Medienkonzern Bertelsmann einstieg. Nach der Umwandlung in einen legalen Online-Musikdienst im Jahr 2000 verlor sie jedoch den größten Teil ihrer Nutzer, die meist zu anderen Tauschsystemen abwanderten.
Pirate Bay ist mit mehr als 20 Millionen Nutzern eine der größten Tauschbörsen für Dateien wie Fotos, Videos, Musik und Computerspiele im Internet. Das System speichert selbst kein urheberrechtlich geschütztes Material. Es vermittelte Interessenten aber die Verbindung zu Internetnutzern, die ihrerseits die gewünschten Inhalte auch unter Umgehung von Urheberrechtsbestimmungen bereitstellen. Im April hatte ein schwedisches Gericht die vier Betreiber von Pirate Bay wegen Urheberrechtsverletzungen zu jeweils einem Jahr Haft und Schadenersatz in Höhe von 30 Millionen Kronen (2,74 Millionen Euro) verurteilt. Gegen das Urteil legten sie Berufung ein.
Zudem haben Musik- und Filmunternehmen, unter anderem Warner Bros., MGM, Columbia Pictures, 20th Century Fox Films, Sony BMG, Universal and EMI Schadensersatzklagen in Höhe vom mehr als 100 Millionen Schwedischen Kronen (9,2 Millionen Euro) gegen Pirate Bay angestrengt.
Der Zugang zu Pirate Bay ist in einigen europäischen Ländern gesperrt, weil der Dienst als Verletzung von Urheberrechten eingestuft wird. Neben dem Revisionsverfahren in Schweden steht in den Niederlanden ein Gerichtsverfahren gegen drei Verantwortliche an.
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