Pfizer | Bildquelle: AFP

160-Milliarden-Deal aus Steuergründen Viagra-Hersteller schluckt Botox-Produzent

Stand: 23.11.2015 16:33 Uhr

Auf den ersten Blick geht es einfach um den nächsten Megadeal in der Pharmabranche. Was die Fusion zwischen Pfizer und Allergan jedoch pikant macht, ist der geplante Firmensitz. Der Riesenkonzern will sich nämlich in Dublin ansiedeln - ausgerechnet.

Es wäre die nächste Megafusion in der Pharmabranche: Der Viagra-Konzern Pfizer will sich mit dem Botox-Hersteller Allergan zum größten Arzneimittelhersteller der Welt zusammenschließen. Das Volumen der geplanten Transaktion liege bei rund 160 Milliarden US-Dollar (151 Milliarden Euro), teilten die beiden Unternehmen mit.

Ein wesentliches Motiv für den angestrebten Zusammenschluss sind offenbar steuerliche Vorteile. Denn obwohl sowohl Pfizer als auch Allergan von Haus aus eigentlich amerikanische Unternehmen sind, soll der fusionierte Konzern nicht in Amerika sitzen - sondern im irischen Dublin, das bekannt ist für seine niedrigen Steuersätze.

Die Tochter der Tochter ist irisch ...

Hintergrund: Bereits im vergangenen Jahre hatte Allergan den in Irland ansässigen Konkurrenten Actavis übernommen, um auf diesem Wege an einen irischen Steuersitz zu kommen. Parallel versuchte Pfizer damals den Wettbewerber Astra-Zeneca zu übernehmen, der zwar nicht in Dublin ansässig ist - aber immerhin in Großbritannien, was steuerlich ebenfalls günstiger ist wäre als New York. Dieser Deal scheitert jedoch. Darum will Pfizer stattdessen nun Allergan übernehmen und damit den irischen Steuersitz, der ursprünglich Actavis gehörte.

Der neue Megakonzern soll den Namen Pfizer tragen. Stimmen Aufseher und Kartellbehörden zu, könnte der Deal in der zweiten Jahreshälfte 2016 vollzogen werden.

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