Fischer auf der Ostsee | Bildquelle: dpa

Ostsee-Fangquoten 2018 Mehr Sprotte, weniger Hering

Stand: 10.10.2017 09:30 Uhr

Deutsche Fischer dürfen 2018 deutlich weniger Hering aus der Ostsee ziehen als noch in diesem Jahr. Darauf haben sich die EU-Staaten geeinigt. Einschränkungen gibt es auch für Lachs und Scholle. Erhöht werden hingegen die erlaubten Fangquoten für die Sprotte.

Die EU-Länder haben sich auf neue Fangquoten in der Ostsee für das kommende Jahr verständigt. Die EU-Fischereiminister einigten sich auf eine Verringerung der Fangmengen bei mehreren wichtigen Fischarten, teilte das Bundeslandwirtschaftsministerium mit.

Konkret heißt das: Zwar werden die erlaubten Fangmengen für Hering in der zentralen Ostsee um 20 Prozent erhöht, aber in den Fanggebieten der westlichen Ostsee wird die Gesamtfangmenge um 39 Prozent gesenkt. Das hat Auswirkungen auf die deutsche Fischerei.

"Schmerzlich für die deutschen Ostseefischer"

"Die notwendigen Quotenkürzungen sind schmerzlich für die deutschen Ostseefischer. Aber: Nur gute Bestände sichern langfristig die wirtschaftliche Perspektive der Ostseefischerei", sagte Landwirtschaftsminister Christian Schmidt. "Mit der heutigen Entscheidung leisten wir einen Beitrag zur weiteren Erholung der Bestände und zur nachhaltigen Bewirtschaftung der Ostsee."

Die Fangmenge beim westlichen Dorsch bleibt unverändert. Beim östlichen Dorsch wird sie laut Landwirtschaftsministerium "nur um 8 Prozent anstelle der von der Kommission vorgeschlagenen 28 Prozent verringert".

In diesem Jahr hatte die EU-Kommission zudem ein Aalfangverbot in der Ostsee gefordert. Dies nahmen die Minister allerdings nicht an. Stattdessen soll beim nächsten Treffen im Dezember nach einer gesamteuropäischen Lösung zum Schutz des Aals gesucht werden.

Die Quoten für Sprotte wurden in der gesamten Ostsee um ein Prozent erhöht.

Gesamtfangmenge versus nationale Quote

Mit den Gesamtfangmengen wird bestimmt, wie viel Fisch von einem bestimmten Bestand in einem jeweiligen Jahr gefangen werden darf. Die Gesamtfangmengen werden unter den EU-Staaten dann als nationale Quoten verteilt.

Wenn das in einer Quote erlaubte Kontingent ausgeschöpft wurde, darf das jeweilige Land dort vorübergehend keine Fische mehr fangen. Im Dezember wird voraussichtlich über die Fangquoten für die Nordsee und den Atlantik für das kommende Jahr entschieden.

Fangquoten für die Ostsee: Weniger Einbußen beim Hering, kein Aalfangverbot
K. Bensch, ARD Brüssel
10.10.2017 11:12 Uhr

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Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 10. Oktober 2017 um 12:00 Uhr.

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