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Die Anzeichen für einen Verbleib des deutschen Autokonzerns Opel beim US-Mutterkonzern General Motors mehren sich: Der deutsche Autobauer besitzt Know-How, das für GM offernbar zu wichtig ist. Zudem hofft der mittlerweile entschuldete US-Konzern auf weitere Staatsgelder.
Von Ralph Sina, WDR-Hörfunkstudio Washington
[Bildunterschrift: Noch ist offen, ob sich General Motors von Opel trennen wird. ]
"GM will an Opel festhalten, koste es buchstäblich, was es wolle", sagt Garry Claude Hufbauer, ein exzellenter Kenner des Detroiter Konzerns vom Washingtoner Peterson Institut in einem ARD-Interview: "Opel zu verkaufen - ganz gleich ob an Magna oder RHJI - wäre aus interner GM-Sicht ein ganz großer Fehler", betont Hufbauer. Er war der erste unter Amerikas GM-Experten, der den radikalen Kurswechsel der neuen Führung in Detroit prophezeite. Schließlich hatte das alte GM-Management noch im Frühjahr alles versucht, den Verlustposten Opel loszuwerden.
Warum unternahm das alte GM-Management unter dem längst von Obamas Autoteam gefeuerten Boss Wagoner diesen Schritt? "Ganz einfach", sagt GM-Experte Hufbauer, "weil General Motors damals panische Angst vor einem Konkursverfahren hatte und die Insolvenz durch den Opel-Verkauf um jeden Preis verhindern wollte".
Mittlerweile hat der Detroiter Konzern das Insolvenzverfahren in Rekordzeit hinter sich gebracht, sich seiner Schulden entledigt und steht dank einer frischen 50-Milliarden-Spritze aus Washington gestärkt da. Und vor allem steht an der Spitze des GM-Verwaltungsrates ein neuer Mann: Edward Whitacre, ein 67-jähriger knallharter Topmanager aus Texas, der bereits den kranken Telefongiganten AT&T zum Erfolg boxte. Whitacre ist mittlerweile ein Fan der Opel-Benzinspartechnik.
Das Kalkül des Verwaltungsbosses ist einfach: GM kann nur mit Hilfe der Rüsselsheimer Technologie Entwicklungskosten in Milliardenhöhe einsparen. "Die Deutschen haben die Erfindungen, die GM für die Zukunft braucht. Wenn wir Opel jetzt verkaufen, verlieren wir dieses wertvolle Kapital", habe Whitacre dem GM-Topmanagement eingeschärft, so der Autoexperte. Und die Mehrheit im Verwaltungsrat stehe in diesem Punkt voll hinter GMs mächtigstem Mann.
Selbst die Prophezeiung der Wirtschaftsgesellschaft KMPG, ein Opelverbleib bei GM werde mit 6,1 Milliarden Dollar weit teurer als ursprünglich einkalkuliert, kann den Mutterkonzern nicht schockieren. Denn GM-Topentscheider Whitacre, der über beste Drähte zum Weißen Haus verfügt, setzt auf Obamas Klimaschutzambitionen und den Geldtopf, mit dem die US-Regierung den Bau so genannter "grüner Autos" fördern will. "Da winkt erneut viel Geld aus Washington", prophezeit Hufbauer. GM, zu mehr als sechzig Prozent im Besitz der Obama-Regierung, werde alles daran setzen, diese Gelder zu bekommen. Und den Zukunftstechnologie-Konzern Opel zu behalten. Alles andere würde nicht nur den GM-Experten Hufbauer sehr überraschen.
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