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Aussage über Opel-Werksschließungen dementiert
GM-Sprecher hat einen "Fehler" gemacht
Angesichts starker Verluste im Europa-Geschäft erwartet der US-Autokonzern General Motors (GM) bis zum Herbst eine Einigung mit den Gewerkschaften der deutschen Tochter Opel über die Produktionskapazitäten für die Zukunft.
Aussagen zu Gesprächen über Werksschließungen in Europa zog Unternehmenssprecher James Cain zurück. Er erklärte, er habe einen "Fehler" gemacht, als er Verhandlungen über die Schließung einer oder mehrerer Standorte der defizitären Europa-Sparte von GM bestätigt habe. Der US-Konzern werde bestehende Verträge einhalten.
Zuvor hatte Cain gesagt, dass bei Opel und der britischen Schwestermarke Vauxhall dauerhaft Produktionskapazitäten abgebaut werden sollten. Auf die Frage, ob dies die Schließung eines oder mehrerer Werke bedeute, hatte er geantwortet: "Ja, darüber wird derzeit verhandelt."
IG-Metall für Erhalt aller Werke
Der Chef des Betriebsrats im Bochumer Opel-Werk, Rainer Einenkel, erklärte umgehend, es gebe derzeit keine entsprechenden Gespräche. Die IG Metall sei auch "nicht bereit, solche Verhandlungen zu führen". Sie wolle "alles tun, damit kein anderes Werk, auch außerhalb von Deutschland, schließen muss", sagte Einenkel.
Bochums ungewisse Zukunft
GM-Sprecher Cain stellte anschließend klar, er habe deutlich machen wollen, dass es mit der IG Metall Gespräche über die "Frage der Kapazität" an den Opel-Standorten gebe. "Diese Diskussionen beinhalten die Zukunft des Werkes in Bochum."
Das Schicksal des Standorts Bochum ist ungewiss, 2016 soll die Produktion der bisherigen Generation des Familienwagens Zafira dort auslaufen.
Nach Unternehmensangaben ist vorgesehen, dass Opel künftig keine neuen Modelle mehr zur Fertigung in das Werk im Ruhrgebiet vergibt.
Verluste im zweiten Quartal
Die Europa-Sparte ist das Sorgenkind von General Motors. Mit Opel drückt sie weiter auf die Zahlen des US-Unternehmens. Im zweiten Quartal verlor GM mit Opel und der Schwestermarke Vauxhall 361 Millionen Dollar. Die Verluste summierten sich bis Ende Juni auf fast 620 Millionen Dollar (502 Millionen Euro).
Zuletzt hatte Opel wegen zahlreicher Rücktritte von Führungskräften für Schlagzeilen gesorgt. Opel-Chef Karl-Friedrich Stracke war im Juli als Vorstandsvorsitzender zurückgetreten. Außerdem kündigte das Unternehmen an, dass zusätzlich zahlreiche Führungskräfte das Unternehmen verlassen. Der Konzern begründete den Schritt mit dem Abbau der Bürokratie.
Stand: 03.08.2012 05:34 Uhr
