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21.11.2009

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Wirtschaft
Geplatzter Opel-Verkauf: GM-Chef entschuldigt sich
Nach dem geplatzten Opel-Verkauf

GM-Chef Henderson entschuldigt sich

Fritz Henderson (Foto: dpa) Großansicht des Bildes [Bildunterschrift: GM-Chef Henderson entschuldigte sich dafür, "wie der Prozess in den letzten paar Wochen abgelaufen ist". ]
Der Chef des US-Autoriesen General Motors (GM), Fritz Henderson, hat sich in einem Interview mit den Tagesthemen für das Verhalten der GM-Führung im Hinblick auf Opel entschuldigt. GM bedaure sehr, "wie der Prozess in den letzten paar Wochen abgelaufen ist". Henderson sagte: "Es war nicht die Absicht, jemanden zu überraschen, obwohl wir wissen, dass wir das doch getan haben."

Der Opel-Mutterkonzern GM hatte den Verkauf des deutschen Autobauers an den Zulieferer Magna und die russische Sberbank in der vergangenen Woche kurzfristig abgesagt. Dafür hatte Bundeskanzlerin Angela Merkel GM scharf angegriffen. Der US-Autokonzern sei über Monate hinweg nicht in der Lage gewesen, seiner Verantwortung für Opel "auch nur annähernd gerecht zu werden", sagte Merkel in ihrer Regierungserklärung vor dem Bundestag.

Merkel: "Opel-Mitarbeiter wurden tief enttäuscht"

Bundeskanzlerin Angela Merkel (Foto: dpa) Großansicht des Bildes [Bildunterschrift: Kanzlerin Merkel - hier bei einem Besuch im Opel-Werk Rüsselsheim - kritisierte GM in ihrer Regierungserklärung deutlich. ]
Die Arbeitnehmer hätten sich zu erheblichen Opfern bereiterklärt. "Sie haben im Gegenzug Verlässlichkeit erwartet, und sie wurden tief enttäuscht. Ich bedauere die Entscheidung von General Motors außerordentlich", sagte die CDU-Politikerin, die sich in ihrer Regierungserklärung erstmals zum geplatzten Verkauf von Opel an den Zulieferer Magna äußerte.

Im Tagesthemen-Interview zeigte sich Henderson nun "ungeheuer dankbar" für die Unterstützung des deutschen Staates. Ohne diesen Überbrückungskredit "wären wir heute nicht hier." GM wolle sich um weitere Hilfen auch in anderen europäischen Ländern mit Opel-Standorten bemühen und bis Ende November auch die noch verbliebenen 600 Millionen Euro aus dem Überbrückungskredit zurückzahlen.

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Insolvenz laut Henderson "nicht wahrscheinlich"

Der GM-Chef zog auch die Drohung des Konzerns zurück, dass Opel die Insolvenz bevorstehe, wenn die Beschäftigten nicht zu Zugeständnissen bereit seien. "Eine Insolvenz ist nicht notwendig und auch nicht wahrscheinlich", sagte Henderson.

Die Kanzlerin hatte in ihrer Regierungserklärung von GM eine "konkrete Lösung, die Arbeitsplätze, Know-how und Standorte sichert," verlangt. Die Bundesregierung erwarte "schnell ein verlässliches Konzept", das den deutschen Standorten "die Chance gibt auf eine gute Zukunft". Gelingen könne diese Lösung nur, wenn GM den Hauptanteil der Restrukturierung mit eigenen Mitteln trage. Zugleich sicherte Merkel zu: "Was der Bundesregierung und den Landesregierungen der vier Opel-Standorte möglich ist, das werden wir tun, darauf können sich alle verlassen."

Magna und Sberbank wollen Geld von GM

Logo Opel und Magna Großansicht des Bildes [Bildunterschrift: Aus Opel-Magna wird nichts - nun fordert Magna Geld von der Opel-Mutter GM. ]
Der gescheiterte Opel-Bieter Magna fordert von GM bereits investiertes Geld zurück. Magna-Vizechef Siegfried Wolf sagte dem ORF-Inforadio Ö1: "Es war in der Tat eine große Summe, weil ja auch ein komplexes Thema zu lösen war." Es gehe um rund 100 Millionen Euro, berichtete der ORF. Als Hintergrund der Forderung wird genannt, dass Magna für GM ein Opel-Rettungskonzept erarbeitet habe. "Es werden ja sehr viele Aufgaben weiter verwertet, da General Motors auf unserem Business-Plan aufbauen will", betonte der Vorstand des österreichisch-kanadischen Autozulieferers.

Auch der Magna-Partner Sberbank fordert Geld von GM. "Wir verhandeln mit GM und hoffen, dass der Streit außergerichtlich beigelegt wird", sagte Sberbank-Chef German Gref. "Im Notfall werden wir unsere Position im Gericht verteidigen", zitierte ihn die Nachrichtenagentur Interfax. Der GM-Konzern habe die Änderung seiner Position nicht plausibel erläutern können. Zum Inhalt der Forderungen an GM machte der Chef des russischen Geldinstituts keine Angaben.

Dossier:

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Stand: 10.11.2009 22:12 Uhr
 

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