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Nick Reilly gilt als ausgeglichen, aber als harter Sanierer. Wer ist der Mann, der vor allem bei Opel kaum Freunde hat?
Von Sabine Müller, HR-Hörfunkstudio Washington
[Bildunterschrift: Wird als Nachfolger von Peter Forster als Europachef von General Motors gehandelt: Nick Reilly. ]
Intelligent sei er, ausgeglichen, ein sachlicher Manager, der seine Angestellten ihre Arbeit mache lasse – das sagen Kollegen über Nick Reilly. Der 59-Jährige soll ein Händchen dafür haben, gute Teams zusammenzustellen und nimmt sich Zeit für persönliche Kontakte. Aber der Mann, der als neuer Europachef von GM gehandelt wird, kann auch knallhart sein. "Wenn etwas schief läuft, wird er sehr direkt", sagt Nancy Owens, die Vizepräsidentin für den internationalen Personalbereich von GM. Reilly sei aber keiner, der Furcht verbreite.
Viele Opel-Mitarbeiter in Europa werden das wohl anders sehen. Reilly gilt als harter Sanierer und einer, der Opel bisher eher das Leben schwer gemacht hat. Denn er drückte die Billig-Marke Chevrolet, für die er zuständig ist, aggressiv in neue Wachstumsmärkte, während Opel zur europäischen Regionalmarke herabgestuft wurde. In der Opel-Saga tauchte Reilly im Frühsommer kurz in der Öffentlichkeit auf, als sich der chinesische Autohersteller BAIC ins Opel-Bieterrennen einschaltete. Als GM-Asien-Chef kommentierte Reilly damals, BAIC sei involviert, aber Favoriten seien sicher Magna und RHJ.
[Bildunterschrift: Nick Reilly brachte Daewoo für General Motors auf Kurs. Bei Vauxhall nannten sie ihn nach der Schließung des Werks Luton "Judas". ]
Der gebürtige Brite Reilly kennt das Europageschäft gut, in seiner mehr als 30-jährigen Karriere bei GM war er unter anderem schon in Belgien, der Schweiz und Großbritannien tätig. Als Chef der GM-Tochter Vauxhall schloss er vor zehn Jahren im britischen Luton eins der traditionsreichsten Werke der Marke und wurde dafür von den Angestellten als „Judas“ beschimpft. Aus Asien, wo Reilly seit 2006 die GM-Geschäfte leitet, hört man dagegen, dass er es schaffte, während der harten Sanierung von Daewoo ein gutes Verhältnis zu den Gewerkschaften zu bewahren.
Von seinem Dienstsitz in Schanghai aus konnte Reilly in den vergangenen Jahren eigentlich immer auf gute Geschäftsbedingungen blicken: "Der chinesische Markt wird in den nächsten Jahren jährlich um fünf bis zehn Prozent wachsen", so Reilly.
Mit dem Europa-Geschäft würde er eine weitaus schwierigere Aufgabe übernehmen. Aber Branchenkenner sagen, Nick Reilly wäre nur eine Übergangslösung. Auf lange Sicht sehe ihn GM weiter in Asien. Nächste Woche, melden Medien, wird GM-Chef Fritz Henderson in Rüsselsheim erwartet – und Reilly solle ihn begleiten.
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