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Tausende Opel-Beschäftigte an den deutschen Standorten des Unternehmens haben am Vormittag Protestaktionen gegen befürchtete Werkschließungen und massive Stellenstreichungen gestartet. Nachdem General Motors den Verkauf der europäischen Tochter an Magna abgesagt hat, befürchten sie härtere Einschnitte. Die Gewerkschaften haben die rund 25.000 Mitarbeiter aufgerufen, für mehrere Stunden die Arbeit niederzulegen und sich zu Kundgebungen in den Werken Bochum, Eisenach, Kaiserslautern und Rüsselsheim zu versammeln.
Auch die Ministerpräsidenten aus Hessen und Nordrhein-Westfalen, Roland Koch und Jürgen Rüttgers werden vor den Werkstoren am Stammsitz Rüsselsheim bzw. in Bochum erwartet. In Deutschland zählt Opel mehr als 25.000 Beschäftigte.
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General Motors drohte bereits offen mit einer Insolvenz von Opel, falls keine Einigung über die Restrukturierung erreicht werde. Am Mittwochabend kündigte Vize-Präsident John Smith an, GM wolle rund 10.000 der insgesamt gut 50.000 Arbeitsplätze bei Opel in Europa streichen. Das wären in etwa genauso viele, wie der nun ausgeschiedene Kaufinteressent Magna abbauen wollte.
Smith sagte außerdem, entgegen der früheren GM-Planung, das Werk in Bochum zu schließen, könne es möglicherweise eine attraktive Lösung geben. Dagegen werde das Werk in Antwerpen wohl geschlossen.
GM will den Restrukturierungsplan, der auf einem früheren Konzept basiert, möglichst bald ausarbeiten und dann den europäischen Regierungen vorlegen. Als Zeitpunkt nannte er das Ende des ersten Quartals 2010. Er hoffe, dass die Gewerkschaften und die Regierungen mit Opel-Standorten den Plan akzeptieren könnten, sagte Smith. Die Gespräche mit Betriebsräten und Regierungen sollen in Kürze beginnen. GM werde außerdem die in Anspruch genommenen 900 Millionen Euro vom Brückenkredit an die deutsche Bundesregierung zurückzahlen.
[Bildunterschrift: Bieterwettbewerb vermeiden: EU-Industriekommissar Verheugen appelliert an Europäer. ]
EU-Industriekommissar Günter Verheugen rief die Europäer zu einem gemeinsamen Vorgehen auf. "Die Entscheidung von GM für seine europäischen Standorte ist eine Chance", sagte er dem "Hamburger Abendblatt". Allerdings komme es jetzt darauf an, einen Bieterwettbewerb unter den EU-Staaten mit Opel-Standorten zu vermeiden. "Wenn jeder für sich mit Detroit verhandelt, werden sich die Amerikaner die besten Angebote aussuchen können. Ob das die wirtschaftlich tragfähigsten wären, stünde in den Sternen."
Verheugen richtete zugleich einen eindringlichen Appell an GM: "Ich erwarte vom neuen und alten Eigentümer, dass er seiner Verantwortung in Europa gerecht wird und seiner europäischen Tochter den notwendigen finanziellen und technischen Freiraum lässt."
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