Opel Zafira | Bildquelle: REUTERS

Regierung schaltet sich ein Opel-Gespräche auf allen Kanälen

Stand: 15.02.2017 18:29 Uhr

Das Kanzleramt und drei Bundesministerien - sie alle haben sich in den geplanten Verkauf von Opel an den französischen Autobauer PSA eingeschaltet. Oberstes Ziel sei der Erhalt von Standorten und Arbeitsplätzen. GM-Chefin Barra warb in einem Brief für die Pläne.

Die Bundesregierung war von den Verhandlungen zwischen General Motors (GM) und PSA Peugeot Citroen über einen möglichen Opel-Verkauf überrascht worden - jetzt gibt es jedoch Gespräche auf allen Ebenen. Wichtigstes Ziel sei es, die drei deutschen Standorte und die Arbeitsplätze dort zu erhalten, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert. Der Regierung sei an einer erfolgreichen Opel-Zukunft gelegen.

Das Kanzleramt, Verkehrsminister Alexander Dobrindt, Wirtschaftsministerin Brigitte Zypries und Arbeitsministerin Andrea Nahles führen nun Gespräche mit der französischen Regierung. "Das Bundeskabinett hat heute das Thema Opel intensiv diskutiert", sagte Nahles. Sie forderte GM auf, dringend das Gespräche mit dem Opel-Betriebsrat zu suchen. Ähnlich äußerte auch Zypries. Sie hatte es am Dienstag als "inakzeptabel" bezeichnet, dass die beiden Unternehmen den Betriebsrat, die IG Metall sowie Landes- und Bundesregierung über ihre Pläne im Unklaren gelassen hatten.

GM-Chefin in Rüsselsheim

GM-Chefin Mary Barra | Bildquelle: AFP
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Kein leichter Besuch: GM-Chefin Mary Barra

Möglicherweise hat die Konzernmutter nun genau das nachgeholt: GM-Chefin Mary Barra und Aufsichtsratschef Dan Amman trafen in der Opel-Zentrale in Rüsselsheim ein. Über den Verlauf der Gespräche ist nichts bekannt. Barra richtete sich zudem in einem Brief an die Mitarbeiter: "Eine mögliche Transaktion würde es PSA und Opel Vauxhall ermöglichen, ihre sich ergänzenden Stärken noch mehr zur Geltung zu bringen und damit ihre künftige Wettbewerbsfähigkeit ( ... ) verbessern." Mehr könne sie derzeit nicht sagen, weil die Gespräche noch nicht so weit fortgeschritten seien.

Auch PSA-Chef Carlos Tavares plant einem Konzernsprecher zufolge Treffen auf oberster Ebene. Dies schließe auch Bundeskanzlerin Angela Merkel mit ein. Deren Sprecher Seibert sagte dazu, Merkel sei dazu bereit, eine offizielle Anfrage habe PSA aber noch nicht gestellt.

"Da werden Werke auf der Strecke bleiben"

Die Gespräche zwischen GM und PSA über die Zukunft von Opel waren am Dienstag bekannt geworden. Ehemalige Betriebsräte von Opel befürchten einen Kahlschlag: "Da tun sich zwei zusammen, die das Gleiche produzieren, den gleichen Markt abdecken und wahrscheinlich Überkapazitäten haben. Da werden mit Sicherheit Werke auf der Strecke bleiben, und das werden mit Sicherheit keine französischen Werke sein", prophezeite Rainer Einenkel, früher Betriebsratschef des mittlerweile geschlossenen Opel-Werks in Bochum.

Klaus Franz, bis 2011 Gesamtbetriebsratsvorsitzender bei Opel, sieht vor allem die Werke in Eisenach und in Kaiserslautern in Gefahr. "Die französischen Gewerkschaften werden sich von ihren deutschen Kollegen nicht in die Suppe spucken lassen." Die Überkapazitäten lägen in Deutschland. "PSA hat in den vergangenen Jahren 10.000 Arbeitsplätze abgebaut und ein großes Werk bei Paris dicht gemacht", sagte er der Agentur Reuters.

Opel beschäftigt europaweit 38.170 Mitarbeiter, davon mehr als 19.000 in Deutschland. Am Hauptstandort in Rüsselsheim arbeiten gut 15.000 Menschen, die Werke in Kaiserslautern und Eisenach sind mit 2140 beziehungsweise 1850 Mitarbeitern wesentlich kleiner. Der Konzern schreibt seit Jahren rote Zahlen. Zum Europa-Geschäft von GM gehört auch die Opel-Schwestermarke Vauxhall in Großbritannien. Der Verlust beider Marken belief sich im vergangenen Jahr auf 257 Millionen Euro.

Verkauf von Opel an Peugeot?
tagesthemen 22:15 Uhr, 14.02.2017, Jan-Peter Bartels, HR

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Über dieses Thema berichtete u.a. NDR Info am 15. Februar 2017 um 14:41 und 15:41 Uhr in der Wirtschaft.

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