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Merkel zur Opel-Übernahme "Jobs und Standorte haben Vorrang"

Stand: 17.02.2017 14:55 Uhr

Die Arbeitnehmervertreter bei Opel verlangen für den Fall einer Übernahme durch den französischen Konzern PSA Garantien für die Mitarbeiter. Unterstützt werden sie von Kanzlerin Merkel, die eigens für das Thema einen Koordinator ernannt hat.

Für Bundeskanzlerin Angela Merkel hat der Schutz der deutschen Opel-Mitarbeiter und -Werke bei einer Übernahme durch den französischen Konzern PSA Vorrang. Es werde alles, was politisch möglich sei, getan, "dass die Arbeitsplätze und Standorte in Deutschland gesichert sind", sagte sie nach einem Treffen mit dem kanadischen Premierminister Justin Trudeau.

Die Gespräche mit dem Opel-Mutterkonzern General Motors sowie mit PSA seien in Gang gebracht worden und müssten nun abgewartet werden. Die Bundesregierung habe mit Wirtschaftsstaatssekretär Matthias Machnig einen Koordinator für das Thema bestellt, sagte sie. Merkel enthielt sich jedoch einer Bewertung des Übernahmevorhabens, das in dieser Woche bekannt geworden war.

Zypries geht von Übernahme aus

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Bundeskanzlerin Merkel will die Mitarbeiter und Werke des Opel-Konzerns im Fall einer Übernahme schützen.

Die Vertragsverhandlungen in den Unternehmen sind laut einer Sprecherin des Wirtschaftsministeriums bereits "relativ weit fortgeschritten". Daher gehe man von einem Zusammenschluss aus. Opel-Chef Karl-Thomas Neumann lehnt einen möglichen Verkauf des Rüsselsheimer Autobauers nicht rundweg ab: "Ein Zusammengehen mit PSA ist prinzipiell sinnvoll", schrieb Neumann auf Twitter. "Wir setzen alles daran, die Zukunft von Opel nachhaltig erfolgreich zu gestalten."

Die Arbeitnehmervertreter bei Opel verlangen für den Fall einer Übernahme durch den französischen Konzern PSA umfassende Garantien für die Mitarbeiter. "Wir erwarten, dass alle Tarifverträge im Falle eines Kaufs ihre Gültigkeit behalten, dass alle Standorte und Arbeitsplätze gesichert bleiben", erklärte Jörg Köhlinger von der IG Metall nach einer Betriebsversammlung in Rüsselsheim. "Alle Beschäftigten brauchen diese Gewissheit."

Karl-Thomas Neumann @KT_Neumann
Ein Zusammengehen mit PSA ist prinzipiell sinnvoll. /KTN

Arbeitnehmer bereit für Gespräche

In einer gemeinsamen Stellungnahme zeigten sich die IG Metall, der Opel-Gesamtbetriebsrat und der europäische Betriebsrat für Opel und die britische Schwester Vauxhall grundsätzlich bereit für "konstruktive Gespräche" mit PSA. Grundlage dafür seien "Anerkennung und Erfüllung der bestehenden Verträge" und insbesondere die darin festgehaltenen "Beschäftigungs- und Investitionszusagen". Eine mögliche Übernahme durch PSA und damit die Schaffung des zweitgrößten Autoherstellers in Europa biete durchaus auch "Chancen", erklärten die Arbeitnehmervertreter.

Am Dienstag war bekanntgeworden, dass der US-Konzern General Motors sich von seiner europäischen Tochter Opel und deren britischen Schwester Vauxhall trennen und beide Marken an den französischen Konzern PSA mit den Marken Peugeot, Citroën und DS abtreten will. Opel hat rund 38.200 Mitarbeiter in Europa, davon mehr als die Hälfte in Deutschland. Es gibt Werke in Rüsselsheim, Eisenach und Kaiserslautern. PSA und Opel arbeiten bereits seit 2012 in verschiedenen Projekten in Europa zusammen.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 17. Februar 2017 um 16:00 Uhr und NDR Info um 15:15 Uhr.

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