Opel-Schriftzug | Bildquelle: picture alliance / dpa

Opel-Übernahme PSA will deutsche Standorte offenbar erhalten

Stand: 19.02.2017 04:32 Uhr

Die Nachricht von den Übernahmeverhandlungen von Opel durch den französischen Autobauer PSA hatte umgehend Sorgen um die vier deutschen Standorte und Arbeitsplätze ausgelöst. Einem Zeitungsbericht zufolge sagte PSA der Bundesregierung nun zu, die Standorte zu erhalten.

Der französische Autobauer PSA Peugeot hat der Bundesregierung einem Bericht der "Bild am Sonntag" zufolge zugesichert, Opel bei einer Übernahme eigenständig weiterzuführen und die vier deutschen Standorte zu erhalten. Dies sei die Botschaft des PSA-Generalsekretärs Olivier Bourges bei Gesprächen am Donnerstag im Kanzleramt in Berlin gewesen, schreibt die "BamS".

Demnach habe Bourges zugesagt, bestehende Verträge nicht anzutasten. Damit seien betriebsbedingte Kündigungen bis Ende 2018 in Deutschland ausgeschlossen. Darüber hinaus würden bis mindestens 2020 Investitionszusagen für die Werke Eisenach, Rüsselsheim und Kaiserslautern sowie das Ersatzteilzentrum in Bochum gelten. Die Kaufverträge mit der Opel-Mutter General Motors sollten bis spätestens zum Genfer Autosalon in zweieinhalb Wochen unterzeichnet sein, so die "BamS".

Laut der Zeitung sprach Bourges am Donnerstag zwei Stunden lang mit dem Bund-Länder-Koordinator für Opel, Matthias Machnig, sowie Merkels Wirtschaftsberater Lars-Hendrik Röller und Verkehrs-Staatssekretär Michael Odenwald. Die Bundesregierung äußerte sich bislang nicht zum Bericht.

"Eine Chance für Opel"

Machnig sagte allerdings der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung", dass die Bundesregierung hoffe, die geplante Übernahme von Opel durch PSA ohne Jobverluste zu vollziehen. Er verwies auf eine geltende Betriebsvereinbarung, die Standorte und Arbeitsplätze bis zum Jahr 2020 garantiert. Machnig sagte der "FAS", die Fusion sei "eine Chance für Opel". Das Unternehmen könne auf diese Weise neue Märkte erschließen und gemeinsame Vertriebswege nutzen.

Der für die Bundesländer mit Opel-Standorten zuständige IG-Metall-Bezirksleiter Jörg Köhlinger sieht jedoch nur geringe Einflussmöglichkeiten der Politik, sollte General Motors Opel an PSA verkaufen. Natürlich begrüße er die Unterstützung aus der Bundes- und Landespolitik, sagte Köhlinger dem "Handelsblatt". Auch dass Machnig die Gespräche koordiniere, könne "positive Ansatzpunkte" bringen, weil er aus seiner Thüringer Zeit den Opel-Standort in Eisenach noch gut kenne. Auf der formalen Ebene seien die Möglichkeiten "aber wohl eher begrenzt".

Keine feindliche Übernahme

Der Opel-Mutterkonzern General Motors aus den USA und PSA mit den Marken Peugeot, Citroën und DS hatten am Dienstag bekanntgegeben, dass sie über einen Eigentümerwechsel für das defizitäre Europageschäft von GM verhandeln. Die Nachricht löste in Deutschland umgehend Sorgen um die Arbeitsplätze bei Opel aus.

Die "BamS" zitierte im Bericht Kanzleramts-Chef Peter Altmaier mit den Worten, die Bundesregierung werde die Gespräche sorgfältig begleiten und darauf dringen, dass die Interessen der Opel-Beschäftigten gewahrt blieben.

Ein Regierungssprecher sagte zu den Gesprächen: "Die Bundesregierung ist mit den Beteiligten auf verschiedenen Ebenen im Gespräch. Ihr ist an der Zukunft der Standorte gelegen. In diesem Sinne werden Gespräche weiter geführt."

Aus Arbeitnehmerkreisen soll es zudem heißen, Peugeot bemühe sich, die Übernahme nicht feindlich erscheinen zu lassen. Bereits für die kommende Woche würden Opel-Verantwortliche erwarten, dass PSA-Vertreter in größeren Runden konkrete Eckpunkte der geplanten Übernahme vorlegten.

Opel-Übernahme: Warten auf Job-Garantien aus Paris
tagesschau 17:15 Uhr, 19.02.2017, Jan-Peter Bartels, HR

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Opel-Standorte gesichert?
C. Nagel, ARD Berlin
19.02.2017 19:28 Uhr

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Mit Informationen von Christoph Scheld, ARD-Hauptstadtstudio Berlin

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 19. Februar 2017 um 17:15 Uhr.

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