Opel-Logo in Rüsselsheim | Bildquelle: dpa

Kraftfahrtbundesamt Opel muss Rede und Antwort stehen

Stand: 14.07.2018 00:35 Uhr

Bislang ist Opel im Abgasskandal ziemlich unbeschadet geblieben - Vorermittlungen gegen den Konzern wurden eingestellt. Nun fordert das Kraftfahrtbundesamt vom Autobauer allerdings einige Antworten zur Abgasreinigung.

Opel muss sich im Dieselskandal wegen der Funktionsweise der Abgasreinigung bei drei Modellen einer Anhörung stellen. Das bestätigte ein Sprecher des Bundesverkehrsministeriums. Zuvor hatte die "Bild am Sonntag" darüber berichtet.

"Vor dem Ergebnis dieser Anhörung kann zur Unzulässigkeit der Abschalteinrichtung noch nichts abschließend gesagt werden", sagte der Sprecher des Bundesverkehrsministeriums. Nähere Angaben dazu und zur Zahl der betroffenen Fahrzeuge machte er nicht. Dem Bericht zufolge hat Opel nun zwei Wochen Zeit für eine Stellungnahme an das Kraftfahrtbundesamt (KBA).

Keine Pflicht-Rückrufe bisher

Ein Unternehmenssprecher erklärte, Opel liege kein Bescheid des KBA vor. Offene Verfahren würden nicht kommentiert. Der Sprecher wies aber darauf hin, dass Opel bereits im Dezember 2015 Verbesserungspotenzial erkannt "und eine Technologie-Initiative für mehr Transparenz, Glaubwürdigkeit und Effizienz zum Vorteil der Kunden" gestartet habe. Ein Teil dieser freiwilligen Maßnahmen sei eine Aktion für die Modelle Opel Insignia der vorherigen Generation, Zafira Tourer und Cascada mit Euro 6 und SCR Technologie der Modelljahre 2013-2016.

Anders als andere Autobauer hatte Opel bisher weder mit Ermittlungen der Justiz noch mit einem Pflicht-Rückruf zu tun. Die Staatsanwaltschaft Frankfurt hatte Vorermittlungen vor über einem Jahr eingestellt.

Nachrüstungen und Schadenersatz-Forderungen

VW hatte im September 2015 eingeräumt, bei Millionen Dieselautos Abgastests manipuliert zu haben. Der Konzern stürzte daraufhin in eine schwere Krise. Mittlerweile sind viele deutsche Autohersteller in den Abgasskandal verwickelt, es gibt Ermittlungen und unzählige Klagen.

So werfen etwa Volkswagen-Anleger dem Konzern vor, zu spät über den sich anbahnenden Skandal in den USA informiert zu haben. Zudem verlangen Autobesitzer von mehreren Herstellern Schadenersatz oder Geld zurück, da sie sich getäuscht fühlen. Das Kraftfahrtbundesamt hat massenhaft Rückrufe verordnet.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 14. Juli 2018 um 02:48 Uhr.

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